„Die spinnen, die Römer“ in der Wiener Volksoper

Am Samstag wurde in der Wiener Volksoper überaus kurzweilig mit der Premiere des Musicalklassikers „Die spinnen, die Römer“ von Broadway-Komponist Stephen Sondheim. Kurzweil vor allem durch ein ausgesprochen hohes künstlerisches Niveau. Ein vergnügliches Verschmelzen von Gesang, Schauspiel, Tanz und mitreißender Komik - bis in die kleinsten Nebenrollen idealtypisch besetzt.

Sondheim - der legendäre Texter von Leonard Bernsteins „West Side Story“ - hat ganz in der Tradition der goldenen Zeit der Broadway-Musials ein Singspiel gebaut, das 1962 seine „Opening Night“ in New York feierte. Fast ein halbes Jahrhundert später traute sich endlich ein „großes“ Haus über das Werk, das regelmäßig in den mittleren und kleinen Kellertheatern zu Verkaufsrennern wurde. Die Volksoper traf eine kluge Entscheidung, keine neue Übersetzung anzufertigen, sondern die vorhandene des legendären Simpl-Chefs Martin Flossmann zu übernehmen.

Die Volksoper suchte auch erfolgreich nach den passenden Darstellern. Denn so einfach das Sondheim-Stück auf den ersten Blick auch scheinen mag, so verlangt es dafür ein überdurchschnittliches Können aller Mitwirkenden: Dieses liefern der Chef des Hauses, Robert Meyer und die zahlreichen Gäste wie Sigrid Hauser, Herbert Steinböck, Dagmar Hellberg, Bettina Mönch, Boris Eder und Paul Schweinester.

Verantwortlich für die Inszenierung zeichnete Regisseur Werner Sobotka. Der Musicalspezialist weiß, welche Zutaten eine Komödie notwendig hat. Ramesh Nair choreographierte in bester Broadway-Tradition, witzreich und ohne übermäßige Herausforderung für Solisten und Ensemble - stets auf die Unterhaltung bedacht.


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