Sieg an Kofler, Schlierenzauer verdaut Sturz mit Platz vier

Andreas Kofler feierte am Sonntag in Engelberg seinen vierten Sieg in dieser Saison.

Engelberg – Andreas Kofler hat am Sonntag in Engelberg die Generalprobe für die Vierschanzen-Tournee gewonnen. Der Weltcup-Leader, der nach drei Auftaktsiegen nun seinen vierten Saison-Erfolg gefeiert hat, setzte sich in einem spannendem Bewerb mit Weiten von 135 und 138 Metern sowie 264,7 Punkten durch. Kofler gewann 3,9 Zähler vor dem Polen Kamil Stoch und 4,2 vor dem Samstag-Sieger Anders Bardal aus Norwegen.

Ausgezeichnet schlug sich auch Gregor Schlierenzauer, der den schweren Sturz vom Vortag gut weggesteckt hat, und nur fünf Zähler hinter Kofler Vierter wurde. Thomas Morgenstern (5.) und Martin Koch (8.) sorgten für weitere Top-Ten-Plätze.

Pointner: Respekt für Schlierenzauer

„Es war unheimlich spannend. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie mit der Situation umgegangen ist. Es ist relativ weit gegangen und das hat jeder gewusst. Es hat verschiedene Drehbücher gegeben: eines davon war wie kommt der Gregor zurück?“, spielte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner noch einmal auf den am Vortag gestürzten Schlierenzauer an. Doch der 36-fache Weltcupsieger, der in der Nacht nicht sehr viel geschlafen hat und keineswegs schmerzfrei war, verbiss nicht nur die Schmerzen, sondern auch eventuelle unterbewusste Ängste bei der Landung.

„Er hat sich heute einen Riesenrespekt in der Skisprung-Szene verschafft. Schon in der Qualifikation hat er einen blitzsauberen Telemark gemacht“, freute sich Pointner. Schlierenzauer sei es an diesem Tag nicht um den Sieg gegangen, sondern diese Situation zu meistern. Und auch Sieger Kofler hat sozusagen den „turnaround“ geschafft. „Nach seinen Seriensiegen und den ‚Hummelflügen‘ von Harrachov, wie er es selbst genannt hat, ist er wieder auf der Siegerstraße zurück. Da kriegt der Sieg eine andere Dimension“, glaubt Pointner.

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Mit den Rängen 1, 4, 5 und 8 hat sich Österreichs Team einmal mehr als überragende Mannschaft gezeigt. „Es ist schön, dass wir so in die Weihnachtsferien starten können“, sagte Pointner, der sich in Sachen Tournee-Aufstellung noch nicht festlegen wollte. An Kofler, Schlierenzauer und Morgenstern führt aber kein Weg vorbei, auch Koch zeigte Aufwärtstendenz. „Die Leute, die sich heuer sehr gut in Szene gesetzt haben, haben sowieso die Sicherheit. Für jene, wo es eine Option dafür oder dagegen gibt, da möchte ich gewissenhaft handeln.“

Die Freude bei Andreas Kofler über seinen bereits vierten Saisonsieg war natürlich riesengroß. „Ich habe mir damit selbst das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht. Beide Bewerbssprünge waren sehr gut, nun bin ich mit meinem weiteren Sieg überglücklich. Mit dem Gelben Trikot des Weltcupführenden Weihnachten zu feiern, ist etwas ganz Besonderes“, erklärte der Tiroler, der sich eine „spannende“ Tournee erwartet.

Die Vierschanzen-Tournee beginnt am 29. Dezember mit der Qualifikation in Oberstdorf. Mit fünf von sieben möglichen Tagessiegen im Einzel sind die ÖSV-Adler wieder die Favoriten und streben nach Wolfgang Loitzl, Kofler und Morgenstern den vierten Sieg en suite an. (APA)

Skispringen, Weltcup in Engelberg:

1. Andreas Kofler (AUT) 264,7 (135,0 m/138,0 m)

2. Kamil Stoch (POL) 260,8 (129,0/137,0)

3. Anders Bardal (NOR) 260,5 (131,5/135,0)

4. Gregor Schlierenzauer (AUT) 259,7 (129,5/137,0)

5. Thomas Morgenstern (AUT) 259,4 (132,0/133,5)

6. Richard Freitag (GER) 258,5 (134,0/135,5)

7. Vegaard-Haukö Sklett (NOR) 257,6 (135,0/135,5)

8. Martin Koch (AUT) 253,0 (127,0/134,0)

9. Simon Ammann (SUI) 248,6 (123,0/135,5)

10. Roman Koudelka (CZE) 246,8 (125,0/133,0)

weiters:

21. Wolfgang Loitzl (AUT) 229,1 (123,5/125,5)

35. David Zauner (AUT) 104,5 (116,5)

Gesamt-Weltcup:

1. Andreas Kofler (AUT) 508 Punkte

2. Anders Bardal (NOR) 390

3. Gregor Schlierenzauer (AUT) 376

4. Richard Freitag (GER) 348

5. Thomas Morgenstern (AUT) 336


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