Europäische Staatenführer trauern

In den Reigen der Trauerbekundungen zum Ableben des tschechischen Ex-Präsidenten Vaclav Klaus haben sich auch der deutsche Präsident Christian Wulff, der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg, die finnische Staatspräsidentin Tarja Halonen, die dänische Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt, der EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek sowie Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso eingereiht.

Der Verstorbene sei ein „Staatsmann von historischer Dimension“ gewesen, sagte Stoltenberg. Er twitterte am Sonntagnachmittag: „Europa hat einen Kämpfer im Einsatz für Humanismus und Demokratie“ verloren.

Tarja Halonen hat am Sonntag in einem veröffentlichten Beileidsschreiben an die Familie Havels diesen als „zentrale Figur für den Demokratisierungsprozess in Europa“ bezeichnet. Havel sei ein „mutiger europäischer Entscheidungsträger und Denker“ gewesen, der weithin auch außerhalb der Grenzen des eigenen Landes geschätzt worden sei. Sie kondoliere im Namen des gesamten finnischen Volkes, schrieb Halonen.

Thorning-Schmidt stellte die Bedeutung Havels als Künstler voran: „Mit Vaclav Havels Ableben verabschiedet sich die Welt von einem mutigen, inspirierenden und angesehenen Dramatiker, Politiker und Staatsmann“, schrieb die Regierungschefin in einer Aussendung am Sonntagnachmittag.

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Wulff würdigte Havel als guten Freund Deutschlands gewürdigt. Deutschland werde den Verstorbenen in großer Dankbarkeit und Anerkennung in Erinnerung behalten, schrieb Wulff in einem Kondolenzbrief an Havels Ehefrau Dagmar Veskrnova-Havlova. „Wir Deutsche verneigen uns vor Václav Havel, der sich immer für Vertrauen und gute Nachbarschaft in den deutsch-tschechischen Beziehungen eingesetzt hat.“ Er würdigte auch die Leistung Havels im Kampf für die Demokratie.

Buzek bezeichnete Vaclav Havel als „einen Held unserer Tage“. „Havel steht für die Samtrevolution und die Wiedervereinigung Europas“, schrieb der Pole Buzek am Sonntag in einer in Brüssel verbreiteten Erklärung. Zur Wendezeit 1989 seien Studenten in Polen auf die Straße gegangen, um für die Freilassung des inhaftierten Havel zu demonstrieren. Buzek nannte Havel „seinen persönlichen Freund“. In ganz Europa werde man diesen großen Staatsmann vermissen.

Barroso sprach von einem „wahren Europäer und Vorkämpfer für Demokratie und Freiheit“. Havel habe Menschen auf der ganzen Welt, die für Freiheit und Demokratie kämpften, inspiriert. „Vaclav Havels Name wird für immer mit der Wiedervereinigung Europas und der Verbreitung seiner Werte nach Zentral- und Osteuropa verbunden bleiben“, sagte Barroso laut einer am Sonntag in Brüssel veröffentlichten Mitteilung.

Die litauische Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite hob Havels Rolle als Dissident beim Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa hervor. Die Nachricht von dessen Tod stimme sie und das ganze litauische Volk sehr traurig, schrieb die ehemalige EU-Budgetkommissarin in ihrer Beileidschreiben.

Havel habe all jene zum Widerstand inspiriert, „die keine Wahl hatten, als innerhalb eines totalitären Systems zu leben“. Die Stimmung zur friedlichen Revolution in der Tschechoslowakei sei zum Modell für die litauischen Dissidenten geworden.

Serbiens Präsident Boris Tadic schrieb laut Nachrichtenagentur Tanjug in einem Beileidstelegramm Tschechiens Präsidenten Vaclav Klaus und das tschechische Volk: „Havel war ein großer Kämpfer für Demokratie, Frieden und Freiheit.“

Kroatiens Regierungschefin Jadranka Kosor meinte der Nachrichtenagentur Hina zufolge: „Havel hinterließ unauslöschliche Spuren in der jüngsten Geschichte der Tschechischen Republik und anderen europäischen Ländern, die sich in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegen die kommunistischen Regime erhoben, eine demokratische Ordnung in ihre Gesellschaften brachten und ein Teil des wichtigen Projekts eines vereinten Europas wurden.“

Polens Präsident Bronislaw Komorowski erklärte: „Er drückten dem modernen Europa einen wunderschönen Stempel auf. Sein Tod ist ein Riesenverlust, speziell jetzt, wo Europa gerade entscheidet, wie Globalisierung aussehen soll.“ Außenminister Radoslaw Sikorski schrieb laut der Agentur PAP in einer Aussendung: „Havel wird immer in unserem Gedächtnis bleiben.“


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