Araber helfen Air Berlin aus der Finanzklemme

Die Fluglinie Etihad stockt ihren Anteil bei Air Berlin von 3 auf knapp 30 Prozent auf. Zudem erhofft sich das Management Einsparmöglichkeiten von bis zu 40 Millionen Euro.

Von Thomas Rietig

Berlin - Die Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi versorgt die angeschlagene Air Berlin mit frischem Geld. Das arabische Unternehmen stocke im Rahmen einer Kapitalerhöhung seinen Anteil am Unternehmen von knapp unter 3 auf 29,2 Prozent auf, teilte Air Berlin am Montag mit. Zudem vereinbarten beide Airlines eine strategische Zusammenarbeit, unter anderem durch gemeinsame Flüge im Rahmen einer sogenannten Code-Share-Vereinbarung.

Dadurch ergeben sich nach Unternehmensangaben allein 2012 Einsparmöglichkeiten von 35 bis 40 Millionen Euro. Air Berlin fliegt derzeit mit Verlust und sitzt auf einem Netto-Schuldenberg von mehr als 600 Millionen Euro.

Die Passagiere können damit auf ein gemeinsames Netzwerk von 239 Destinationen zurückgreifen. Bis Frühjahr 2012 solle Air Berlin Mitglied des Luftfahrtbündnisses Oneworld werden, dem unter anderem British Airways und American Airlines angehören.

Kredite bis 255 Millionen Dollar

Insgesamt soll Etihad demnach rund 31,6 Millionen neuer Aktien zu einem Preis von 2,31 Euro pro Stück zeichnen. Damit wird die arabische Fluggesellschaft größter Einzelaktionär der Berliner. Air Berlin fließen rund 73 Millionen Euro zu. Außerdem hätten sich die Araber dazu verpflichtet, die Anteile mindestens zwei Jahre zu halten und keine weiteren Anteile zu erwerben, hieß es.

Etihad Airways werde Air Berlin darüber hinaus Finanzierungslinien mit fünfjähriger Laufzeit in Höhe von bis zu 255 Millionen US-Dollar (rund 196 Millionen Euro) zur Verfügung stellen, «um die Entwicklung der Flugzeugflotte und das zukünftige Netzwerkwachstum zu unterstützen».

Eithad-Vorstandsvorsitzender James Hogan erklärte dazu, die Partnerschaft gebe seinem Unternehmen Zugang zu weiteren 33 Millionen Passagieren. Mit Air Berlin öffne sich ein «komplementärer europäischer Markt mit ausgezeichneten Anbindungsoptionen für die Kunden beider Fluggesellschaften». Etihad habe bereits Partnerschaften mit 34 namhaften Airlines. Er erwarte, «dass dieses Wachstum zusätzliche Arbeitsplätze sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten schaffen wird».

Etihad und die Air-Berlin-Gruppe befördern eigenen Angaben zufolge jährlich gemeinsam mehr als 40 Millionen Passagiere, betreiben 233 Flugzeuge und haben 18.000 Beschäftigte. Zusammen erzielen sie einen Umsatz von neun Milliarden US-Dollar. Air Berlin beziffert seinen Umsatz für die ersten drei Quartale auf rund 1,4 Milliarden Euro. (dapd)


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