Mills-Prozess gegen Berlusconi in Mailand fortgesetzt

Der Medienzar wird beschuldigt, dem britischen Anwalt David Mills 600.000 Dollar für Falschaussagen in Prozessen bezahlt zu haben.

Rom - Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi hat am Montag an einer gegen ihn laufenden Gerichtsverhandlung im sogenannten Mills-Prozess teilgenommen. Der Medienzar wird beschuldigt, dem britischen Anwalt David Mills im Jahr 1997 600.000 Dollar (heute 413.765 Euro) für Falschaussagen in Prozessen gegen sein Medienunternehmen Mediaset bezahlt zu haben. Berlusconi betrat den Mailänder Justizpalast, ohne auf die Fragen der Journalisten zu antworten, die auf ihn warteten.

Die Richter wollten Mills am Montag per Videoschaltung aus London befragen. Berlusconi und Mills stehen seit 2006 mit zehn weiteren Angeklagten vor Gericht. Unter anderem wird wegen des Vorwurfs der Geldwäsche verhandelt, auf die bis zu zwölf Jahre Haft stehen. Der schwerwiegendste, gegen Berlusconi erhobene Vorwurf ist jener der Steuerhinterziehung. Dafür drohen ihm bis zu sechs Jahre Haft. Berlusconi geht davon aus, dass der Prozess im Jänner verjährt sein wird.

Seit dem Sturz seiner Regierung im November nimmt Berlusconi immer wieder an Gerichtsverhandlungen in Verfahren teil, die ihn betreffen. So hatte er vor wenigen Tagen als Zeuge im Prozess gegen den Ex-Chefredakteur des Klatschmagazins „Oggi“ ausgesagt, das 2007 unerlaubte Fotos des Medienzaren mit jungen Frauen in dessen Luxusvilla auf Sardinien veröffentlicht hatte. Berlusconi nahm als Nebenkläger am Prozess gegen den Journalisten Pino B. teil, dem unter anderem Hehlerei vorgeworfen wird. (APA) APA233 2011-12-19/12:36


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