Das einzig Beständige im Herbst war die Unbeständigkeit

Mit lediglich 32 Zählern aus 19 Spielen knackte Rapid den bisherigen Minus-Rekord als Winterkönig.

Wien - Nach den Herbstspielen der heimischen Fußball-Bundesliga-Saison 2011/12 könnte die Fortsetzung ab 11. Februar sehr spannend werden, liegen doch die ersten sechs Clubs nach den 19 ausgetragenen Runden innerhalb von nur fünf Punkten. Als „Halbzeitmeister“ durfte sich wie im Vorjahr die SV Ried feiern lassen, der inoffizielle Titel eines Winterkönigs ging an den SK Rapid, der allerdings bei Punktegleichheit nur dank der mehr geschossenen Tore vor den Innviertlern, die 2010 auch in dieser Wertung voranlagen, die Tabelle anführt.

Zwei Punkte zurück folgen die vor der Saison als erste Titelanwärter gehandelten „Roten Bullen“ aus Salzburg vor der zuletzt schwächelnden Wiener Austria und dem zunächst sensationell starken Aufsteiger Admira, der allerdings in jüngerer Zeit auch stark nachließ. Diesem Duo fehlen jeweils vier Zähler auf die Doppelspitze. Den Reigen der potenziellen Kandidaten für Meisterschaft und internationale Plätze beschließt der regierende Champion Sturm, den fünf Punkte von Rang eins trennen. Der Lotto-Werbespruch „alles ist möglich“ hat zumindest aus aktueller Sicht hinsichtlich des Ausgangs des Titelrennens eine größere Gültigkeit als jemals zuvor. Mit Ausnahme der Grazer durften sich übrigens alle diese Clubs ein- bis siebenmal der Tabellenführung erfreuen.

Nur 32 Punkte für die Spitze nach 19 Runden, das hat es seit Einführung der Drei-Punkteregel noch nie gegeben. Je 34 (Salzburg 2005) und Austria (2007) waren die bisherigen Minus-Marken, die 46 von Sturm 1997 Spitze. Als Rapid vor zwei Jahren auch als Winterkönig die Weihnachtstage feiern durfte, standen immerhin 41 Zähler auf dem Konto, der Titel ging dann allerdings an die Salzburger. Vor einem Jahr hatten die Rieder übrigens 37 Zähler gesammelt, der spätere Meister Sturm 33. Einen Beitrag zur diesjährigen schwachen Ausbeute lieferte auch die Anzahl von 35 Unentschieden in den insgesamt 95 Spielen, das war für die erste Phase auch noch nicht dagewesen.

Entscheidend ist aber vor allem das Auf und Ab der „Großen“. Denn das einzig Beständige in den Darbietungen der Titelanwärter war ihre Unbeständigkeit. So blieb zwar beispielsweise Rapid neun Spiele in Folge ungeschlagen (vier Siege, fünf Remis), hatte aber auch fünf sieglose Runden (drei Punkte) auf dem Konto und blieb in insgesamt sechs Spielen ohne Torerfolg. 30 Tore in 19 Spielen, das ergibt einen Schnitt von 1,57.

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Aber auch die Konkurrenten hatten neben durchaus Positivem teilweise noch mehr Negatives vorzuweisen: So blieben die Salzburger sieben Runden sieglos (nur zwei Punkte) und kassierten fünf Auswärts-Niederlagen in Folge. Die Austria kam in den jüngsten neun Spielen nur zu einem einzigen Sieg, die Admira (vorher 13 Runden ungeschlagen) wartet schon seit sieben Runden auf einen vollen Erfolg. Sturm schaffte auswärts keinen einzigen Sieg (nur vier Remis bei sechs Niederlagen), hat aber wenigstens (wie auch Salzburg) daheim noch nicht verloren. Die Rieder ihrerseits starteten mit nur zwei Punkten in den ersten vier Runden in die Meisterschaft, sind aber aktuell wie Rapid neun Runden ohne Niederlage.

Die einzig Beständigen in der Herbstmeisterschaft waren die Kapfenberger. Sie sind schon zehn Runden sieglos (drei Punkte) und gelten mit sieben Punkten Rückstand auf die Mattersburger und zwölf auf Wiener Neustadt als erster Anwärter für den Abstieg in die Erste Liga, aus der sie 2008 zum ersten Mal in die Bundesliga aufgestiegen waren. (APA)


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