Mafia bereicherte sich am Aufbau nach Beben in Abruzzen

Vier am Montag verhaftete Männer hätten sich mit kriminellen Absichten in die Bauvergabe nach dem schweren Beben im Frühjahr 2009 eingeschaltet.

L‘Aquila - Mafia-Mitglieder sollen kräftig am Wiederaufbau nach dem Erdbeben in den Abruzzen vor rund zweieinhalb Jahren mitverdient haben. Vier am Montag verhaftete Männer hätten sich den Ermittlern zufolge mit kriminellen Absichten in die Bauvergabe nach dem schweren Beben im Frühjahr 2009 in Italien eingeschaltet, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Im Baugeschäft ist die Organisierte Kriminalität traditionell äußerst aktiv. Die verhafteten Männer sollen der ‚Ndrangheta angehören - sie gilt als derzeit stärkste Mafia-Organisation.

Im Fokus des mutmaßlichen Millionengeschäfts sollen vor allem private Aufträge gestanden haben, die für den Wiederaufbau der am schwersten beschädigten oder zerstörten Häuser in der Stadt L‘Aquila vergeben worden seien, hieß es. Einer der Verhafteten stamme aus der Stadt selbst. Den Haftbefehlen waren lange Ermittlungen vorausgegangen. Nähere Einzelheiten zu dem mutmaßlichen Vorgehen der Mafiosi wurden zunächst nicht bekannt.

Bei dem Erdstoß in Mittelitalien waren am 6. April 2009 insgesamt 309 Menschen ums Leben gekommen. Zehntausende konnten nicht in ihre großteils zerstörten Häuser zurück. Vor allem im besonders stark betroffenen L‘Aquila kam der Wiederaufbau nur schleppend voran. (APA/dpa)

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