Ramprecht von Grasser-Anwälten schwer beschuldigt

Schwere Vorwürfe gegen den Beklagten Michael Ramprecht hat am Montag der Anwalt von Ex-Finanzminister Grasser vor Gericht vorgebracht. Ramprecht habe seinen Sohn geschlagen, er habe in der U-Bahn jemanden geschlagen und es gebe den Verdacht auf Schwarzgeldzahlungen, sagte Michael Rami bei der Verhandlung im Buwog-Medienverfahren gegen Ramprecht und das „profil“.

Rami berief sich dabei auf die polizeiliche Auswertung von Aufzeichnungen von Ramprecht. Dessen Anwalt Michael Pilz wies die Vorwürfe zurück, außerdem habe all das nichts mit dem gegenständlichen Verfahren zu tun.

Eigentliches Hauptthema war am Montag die Zeugenbefragung von Ernst Karl Plech, Immobilienmakler und Grasser-Vertrauter, ehemals Buwog-Aufsichtsratspräsident und in der strafrechtlichen Buwog-Causa Mitbeschuldigter neben Grasser, Walter Meischberger und Peter Hochegger. Dieser wurde sehr ausführlich zur Entscheidungsfindung in jener Kommission des Finanzministeriums befragt, die sich schließlich für Lehman Brothers als begleitende Investmentbank zur Buwog-Privatisierung entschied. Grasser sei völlig egal gewesen, welche Investmentbank ausgewählt wurde, „er wollte nur Ertragsmaximierung bei der Privatisierung“, sagte Plech.

Ramprecht hat die Entscheidungsfindung anders geschildert: Wie er in einem „profil“-Interview vom Oktober 2009 gesagt hatte, habe Plech ihm vor der entscheidenden Sitzung gesagt, „der Minister will Lehman“. Daraufhin habe er, Ramprecht, dies gegen alle Widerstände in der letzten Kommissionssitzung durchgesetzt, die Entscheidung sei 6 zu 3 Stimmen für Lehman gefallen. Plech widersprach diesen Angaben am Montag entschieden.

Nicht nur Grassers Anwalt in Medienfragen, Michael Rami, sondern auch Grasser Anwalt in der Strafrechtscausa, Manfred Ainedter, war am Montag zur Verhandlung gekommen. Grasser selber war nicht erschienen. Anwalt Ainedter bezichtigte Ramprecht nach der Verhandlung vor Journalisten der Lüge. „Mein Mandant wird hier angepatzt, weil der Kläger (Grasser, Anm.) keine Fakten hat“, kritisierte Ramprechts Anwalt Pilz. Diese Vorwürfe würden ein Nachspiel haben. Das Verfahren wurde auf den 20. Februar 2012 vertagt.


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