Bures stoppt Frühpensionierungen bei den Bundesbahnen

„Wir stoppen das zur Gänze, ab 2012 gibt es keine Frühpensionierungen mehr“, kündigte Ministerin Doris Bures (SPÖ) an.

Wien – Verkehrsministerin Bures beendet die Frühpensionierungen bei den ÖBB. „Wir stoppen das zur Gänze, ab 2012 gibt es keine Frühpensionierungen mehr bei den ÖBB“, so Bures zur „Kronen Zeitung“. Sie habe sich darauf mit Bahnchef Christian Kern am Wochenende geeinigt. Ein ÖVP-Verhandlungspapier brachte außerdem weitere Sparmaßnahmen ans Tageslicht.

In den vergangenen zehn Jahren wurden rund 8.000 ÖBB-Mitarbeiter frühpensioniert. Pro tausend ÖBB-Mitarbeiter, die in Frühpension gingen, entstanden Kosten von 35 Mio. Euro jährlich. Im Vorjahr betrug das durchschnittliche ÖBB-Pensionsalter 52 Jahre, heuer sind es 53,5 Jahre.

Soll Glaubwürdigkeit der Sanierungsbemühungen unterstreichen

„Das ist ein wichtiger Schritt, um die Glaubwürdigkeit der Sanierungsbemühungen zu unterstreichen“, sagte Kern zur APA. Eisenbahner, würden damit frühestens im 60. Lebensjahr in Pension gehen, wenn sie 42 Beitragsjahre erreicht hätten. Ausgenommen davon seien invaliditätsbedingte Ruhestandsversetzungen. „Mit der Belegschaft wird ein Paket zur Sicherung der Altersbeschäftigung vereinbart“, kündigte Kern an. Ziel sei es, die Mitarbeiter länger im Arbeitsprozess zu halten.

Laut einem internen ÖVP-Verhandlungspapiere sollen die ÖBB künftig weniger Infrastrukturprojekte umsetzen, Kraftwerke und Immobilien verkaufen und bei den Pensionen sparen. Mittelfristig soll ein mittlerer Milliardenbetrag herauskommen, den sich der Bund an Zuschüssen erspart. Im Papier ist von einer Kürzung der Infrastrukturinvestitionen um ein Viertel der derzeit mit 2 Mrd. Euro jährlich angesetzten Pläne die Rede, berichtet der „Standard“. „Massive Kostenreduktionen sind primär durch Streichungen, zeitliche Schiebungen und Redimensionierungen zu erzielen“, hießt es laut Zeitung in dem Verhandlungspapier.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

ÖVP-Papier: Projekte um 4 bis 5 Mrd. Euro

Im ÖVP-Papier werden auch Projekte mit einem Volumen von 4 bis 5 Mrd. Euro angeführt: Die Bahnhöfe Amstetten, Linz Ost, Wels und Wernstein. Außerdem die Projekte Inzersdorf Terminal, Pottendorfer Linie, Summerauer Bahn, Gänserndorf-Marchegg, Schwechat-Götzendorf, Asten-Linz sowie zahlreiche Lärmschutzmaßnahmen.

Die Volkspartei fordert neben dem Frühpensions-Stopp bei den Bundesbahnen, einen Aufnahmestopp und Überlassung von Arbeitskräften intern und extern. Von „organisatorischen Optimierungen sollen bis zu 5.000 Mitarbeiter“ betroffen seien. Außerdem sollen zehn Prozent der Pensionisten mit den höchsten Bezügen einen Abschlag von zehn Prozent hinnehmen und das Senioritätsprinzip mit derzeit 30 Vorrückungsstufen abgeschafft werden.(APA)


Kommentieren


Schlagworte