Autobauer Saab Pleite - Vorwürfe an GM

Nach monatelangem Überlebenskampf gehen bei dem schwedischen Autobauer Saab nun wohl endgültig die Lichter aus. Eine Rettung der Kult-Marke durch chinesische Geldgeber scheiterte auch am Nein der Opel-Mutter General Motors, die Saab mit Technologie und Patenten versorgt. GM sah bei deren Einstieg seine eigenen Chancen auf dem boomenden Markt China in Gefahr.

Saab mit zuletzt noch 3.500 Mitarbeitern hatte einst Autofans mit Technik und Design begeistert, etwa als der Saab 900 mit seinem halbrunden Dach 1983 als weltweit erster turbogeladener Vierzylinder auf den Markt kam. Zuletzt drehte sich alles um die 9er Serie. Anfang 2011 waren in Deutschland noch 66.500 Autos der Marke Saab zugelassen, was einem Marktanteil von 0,2 Prozent entspricht.

Saab-Chef Victor Muller erklärte am Montag, General Motors habe sich einer Lösung komplett verweigert. Nach Angaben der Saab-Mutter Swedish Automobile ist die Tochter ohne weitere Finanzspritzen pleite. Muller stellte daher einen Antrag auf Zahlungsunfähigkeit. Stimmt das Gericht dem zu, würde es das Aus für die 1947 als Sparte des gleichnamigen Flugzeugherstellers gegründete Firma bedeuten.

Saab hatte sich seit einem Jahr von einer Krise zur nächsten gehangelt. Die Autoproduktion steht seit Monaten nahezu still, Gehälter und Rechnungen wurden nicht bezahlt. Zuletzt hatte es wieder Hoffnung gegeben, nachdem zwei Investoren aus China ihre Einstiegsbereitschaft erklärt hatten, unter anderem die Zhejiang Youngman Lotus Automobile. General Motors lehnte deren Einstieg aber ab. Der US-Konzern hat bei Saab ein Mitspracherecht. Saab gehörte einst zu GM. Im Zuge der US-Autokrise wurde die Tochter aber Anfang 2010 an den damals Spyker genannten Konzern Swedish Automobile verkauft. GM behielt aber wichtige Patente.

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