Neue Hilfe aus der Luft für havarierten Eismeer-Trawler

Seit Samstag versuchen die 32 Mann Besatzung, das Leck zu schließen. Der Kapitän ist zuversichtlich, „aber es ist noch immer sehr gefährlich“.

Wellington – Ein im Südpolarmeer havarierter russischer Fischtrawler erhält erneut Hilfe aus der Luft. Wie die neuseeländischen Behörden am Dienstag in Wellington mitteilten, soll ein Transportflugzeug der Luftwaffe am Mittwoch zur „Sparta“ fliegen und dort weitere Pumpen und anderes dringend benötigtes Material zum Abdichten des Lecks abwerfen.

Die 32 Mann Besatzung versuchen verzweifelt, das nach der Kollision mit einem Eisberg am Freitag entstandene Leck zu reparieren. Nach Angaben des neuseeländischen Seenotrettungszentrums (RCCNZ) konnten die Seeleute mit einer Pumpe, die von der neuseeländischen Luftwaffe am Samstag in einer waghalsigen Aktion abgeworfen worden war, Wasser abpumpen. Doch für die Reparatur brauchen sie zusätzliche Ausrüstung.

„Die Besatzung mag zwar gegenwärtig in Sicherheit an Bord sein, doch ist das Schiff weiterhin in einer heiklen Lage, und kann sich nicht fortbewegen, ehe das Leck ordentlich abgedichtet ist“, sagte RCCNZ-Vertreter Kevin Banaghan. Die „Sparta“ hat durch die Havarie bereits 13 Grad Schlagseite hat.

Nur noch alle sechs Stunden Abpumpen

Trotz der schwierigen Lage hat Kapitän Oleg Starolat in einem Zeitungsinterview Zuversicht verbreitet. „Die Situation hat sich stabilisiert“, sagte Starolat der Moskauer Zeitung Iswestija (Dienstag). Statt alle drei Stunden einströmendes Eiswasser abzupumpen, müsse die Besatzung nur noch alle sechs Stunden die Pumpen anwerfen, sagte der Kapitän. „Aber es ist noch immer sehr gefährlich.“

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„Wir können das Leck nicht selbst schließen. Das Loch befindet sich unterhalb der Wasserlinie“, sagte Starolat. „Damit das Loch oberhalb des Wassers ist, müssen wir mindestens 100 Tonnen Treibstoff ablassen. Dann könnten wir das Leck zuschweißen.“

Das norwegische Schiff „Sel Jevaer“ war am Montag nur rund 35 Kilometer von der havarierten „Sparta“ entfernt. Es konnte aber wegen des Eises nicht weiterfahren. Zwei andere zu Hilfe eilende Schiffe, darunter ein Eisbrecher, werden ebenfalls noch mehrere Tage benötigen, um die Unglücksstelle zu erreichen. (APA/dpa)


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