Die zehn skurrilsten Fakten und Gerüchte über Kim Jong Il

Der kleine Diktator mit den Plateauschuhen und dem Khaki-Blouson hatte neben einem endlosen Durst nach Luxus auch eine blühende Fantasie.

1) 1994 übernahm der damals 52-jährige die Macht von seinem Vater Kim Il Sung. Im selben Jahr soll er bei seinem ersten Golfspiel überhaupt auf einem 18-Loch-Platz gleich elf „Hole-In-Ones“ geschlagen haben. Die Behauptungen, die tatsächlich von offizieller Seite aufgestellt worden waren, wollte das Informationsministerium in Pjöngjang so dann aber doch nicht bestätigen.

2) Dass der kleine Diktator eine Vorliebe für Filme hatte ist kein Geheimnis. Doch diese Neigung ging so weit, dass er Anfang der 80er-Jahre den südkoreanischen Regisseur Shin Sang Ok entführen ließ und diesen dazu zwang „nordkoreanische“ Filme zu produzieren. Shin drehte drei Streifen für Kim Jong Il, der bekannteste ist ein Fantasyfilm nach Art der japanischen Godzilla-Reihe. Bei einer Reise nach Wien gelang Shin 1986 eine filmreife Flucht, die eine Verfolgungsjagd mit nordkoreanischen Agenten durch die Straßen Wiens beinhaltete.

3) Nach offizieller Darstellung kam Kim am 16. Februar 1942 auf dem Berg Paektu zur Welt, einem koreanischen Nationalheiligtum; der Legende zufolge erschienen zu seiner Geburt ein doppelter Regenbogen und ein strahlender neuer Stern am Himmel. Zudem soll umgehend die Frühlingsblüte begonnen haben. Sowjetische Akten deuten indes darauf hin, dass er 1941 in Sibirien geboren wurde.

4) In seiner Heimat dürfte die weitläufige Meinung vorherrschen, dass der „geliebte Führer“ den Hamburger erfunden hat. Eine nordkoreanische Zeitung behauptete im Jahr 2004, dass er ein „doppeltes Brot mit Fleisch in der Mitte“ kreiert habe und sogar Fabriken bauen ließ, um diese Köstlichkeit zu produzieren.

5) Kim Jong Il litt an Flugangst. Deshalb reiste er ausschließlich mit dem Zug. Dabei ließ er sich an Luxus aber nichts abgehen. Bei seinem Russland-Besuch im Jahr 2001 ließ er sich laut seinem russischen Begleiter jeden Tag Lieferungen mit Fleisch, lebendem Hummer und französischem Wein vorab zu den Haltebahnhöfen fliegen. Dass er den tödlichen Herzinfarkt am Samstag in einem Zug erlitt, ist also kein Zufall.

6) Seine Vorliebe für exotisches Fleisch ging so weit, dass er 2006 einen deutschen Bauern ausfindig machte, der die größten Hasen der Welt züchtete. Er kontaktierte den Berliner Karl Szmolinsky mit der Begründung, dass das Hasenfleisch die Hungersnot in seinem Land lösen könnte. 12 Tiere bestellte Kim und lud Szmolinsky nach Pjöngjang ein, um ihn bei der Zucht zu unterstützen. Aber die Einladung wurde schnell wieder zurückgezogen. Der Züchter nahm an, dass der Staatschef und seine Gefolgschaft alle 12 Riesenhasen bei seiner Geburtstagsfeier verspeist haben.

7) Wenn es um die Zubereitung seiner Mahlzeiten ging, soll der Machthaber keinen Spaß verstanden haben. Laut der Nichte seiner ersten Frau, mussten seine Köche jedes verwendete Reiskorn einzeln inspizieren, um sicherzustellen, dass Länge, Farbe und Gewicht in Ordnung sind. Er soll auch darauf bestanden haben, dass der Reis über einem Feuer gekocht wird, welches mit dem Holz eines seltenen chinesischen Baumes entfacht wurde.

8) In seiner offiziellen Biografie steht, dass er 1964 von der staatlichen Universität graduierte, wo er stolze 1500 Bücher verfasst haben soll. Zudem schrieb er demzufolge innerhalb von zwei Jahren sechs Opern, die „besser sind, als alle anderen in der Geschichte der Musik.“

9) Das nordkoreanische Regime „betreibt“ das Dorf Kijong-Dong an der Grenze zu Südkorea, das Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen, ein Krankenhaus und relativ luxuriöse Häuser beinhaltet. Beobachtungen legen allerdings den Schluss nahe, dass das Dorf unbewohnt ist und lediglich zu Propagandazwecken dient.

10) Ein Satellitenfoto beweist, dass Kim Jong Il ein Fan großer Wasserrutschen war. Auf einer Aufnahme von Google Earth ist klar und deutlich eine große, kurvenreiche Anlage auf einem seiner Privatanwesen zu sehen.

(siha)


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