Dutzende Christen in Saudi-Arabien festgenommen

42 äthiopische Christen sind kürzlich beim Abendgebet in der saudi-arabischen Stadt Jeddah festgenommen worden. Örtliche Sicherheitskräfte hätten ein Privathaus gestürmt, die Männer und Frauen verprügelt und mitgenommen, berichtete die christliche Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International (CSI) am Dienstag unter Berufung auf die äthiopisch-eritreische Gemeinde in Europa.

Der Aufenthaltsort der Gefangenen sei seit dem Vorfall am vergangenen Donnerstag ungewiss, heißt es weiter. CSI wies darauf hin, dass noch nie so viele Christen auf einmal in Saudi-Arabien festgenommen und eingesperrt worden seien.

Mit Verweis auf solche Geschehnisse übt die Organisation, die sich für die Religionsfreiheit von Christen weltweit einsetzt, deutliche Kritik an dem im Oktober auf saudi-arabische Initiative hin in Wien gegründeten interreligiösen Zentrum. „Ausgerechnet dieses Land soll in Zukunft mit dem gerade in Wien gegründeten interreligiösen Zentrum einen echten Dialog mit allen anderen Religionen führen, wie es hohe arabische Vertreter bei der offiziellen Einweihung verkündet haben?“, fragte CSI-Generalsekretär Elmar Kuhn laut Aussendung. Er forderte die österreichische Regierung auf, „sich bei der saudi-arabischen Regierung noch dezidierter als bisher für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen und die umgehende Freilassung der äthiopischen Christen fordern“.

In der arabischen Ölmonarchie ist der Wahhabismus, eine besonders strenge Spielart des sunnitischen Islam, die einzige erlaubte Religion. Die Ausübung sämtlicher anderer Religionen und Formen des Islam - einschließlich der Einführung von entsprechenden religiösen Büchern und Gegenständen - ist verboten. Die meisten Christen in Saudi-Arabien sind ausländische Gastarbeiter. Die wenigen Muslime, die zum Christentum konvertieren, müssen mit der Todesstrafe rechnen.

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