Streikmaßnahmen im AKH vom Tisch

Die Ärzte am AKH sind trotz der finanziellen Überbrückungshilfe seitens des Bundes für die Medizinische Universität Wien nicht vollends zufrieden. Sie fürchten vielmehr, dass die erreichte Abwendung drohender Sparmaßnahmen nur temporär sei und fordern von der Politik deshalb eine „nachhaltige Finanzierung“, so Betriebsratschef Thomas Szekeres am Dienstag. Streikmaßnahmen sind allerdings vom Tisch.

Die Personalvertreter haben im Vorfeld des Mediengesprächs die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung über die von Wissenschaftsminister Töchterle am Freitag in Aussicht gestellte Geldspritze informiert. Dank dieser ist die Finanzierung der Journaldienste bis Sommer 2013 gesichert, sämtliche Leistungen für Patienten sollen im bestehenden Umfang erhalten bleiben.

Allerdings: „Das reicht nicht aus, um den Aufnahmestopp zurückzunehmen“, beklagte Szekeres. Rektor Wolfgang Schütz sei somit gezwungen, auch künftig eine „restriktive Besetzungspolitik“ zu betreiben. Zudem müssen die Mittel in Höhe von neun Mio. Euro an den Bund zurückbezahlt werden, da die Med-Uni das Geld lediglich als Vorgriff auf das Budget der kommenden Leistungsvereinbarung bekommt.

Die Ärzte seien bereit, gemeinsam mit dem Management über Einsparungen und Strukturmaßnahmen nachzudenken. Deshalb lud der Betriebsratsvorsitzende am Dienstag Töchterle, Schütz sowie die Wiener Gesundheitsstadträtin Wehsely zu einem „Runden Tisch“ ein. Dort solle die Politik ein Bekenntnis abliefern, was und wie viel ihr das AKH bzw. die Med-Uni wert sind. „Wir erwarten eine Zusage Ihrerseits bis spätestens 30. Dezember 2011 und eine Realisierung des „Runden Tisches“ bis 16. Jänner 2012“, heißt es in dem Schreiben.

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Jörg Michael Hiesmayr, Leiter der Universitätsklinik für Anästhesie, betonte, dass man zwar froh über die finanzielle Überbrückung sei, aber sich jetzt nicht zurücklehnen dürfe. Denn durch die Nicht-Nachbesetzung von Stellen werde die Belastung für das Personal noch höher. Außerdem vergeude man junge Talente, die mangels Arbeitsplatz dann woanders hingehen würden, ergänzte Christoph Zielinski, Vorstand die Uniklinik für Innere Medizin. Die Medizinische Universität Wien sei der „führende wissenschaftliche Korpus dieses Landes“, 50 Prozent aller Ärzte würden im AKH ausgebildet, hieß es.


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