Rückendeckung für Wulff aus Koalitionsparteien

Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff hat angesichts anhaltender Vorwürfe wegen eines dubiosen Privatkredits erneut Zuspruch aus der schwarz-gelben Koalition bekommen.

Berlin - Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff hat angesichts anhaltender Vorwürfe wegen eines dubiosen Privatkredits erneut Zuspruch aus der schwarz-gelben Koalition bekommen. Nach Kanzlerin Angela Merkel nahm auch der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maiziere das Staatsoberhaupt in Schutz. Und Verbraucherministerin Ilse Aigner forderte überhaupt ein Ende der Debatte.

Wulff steht seit einer Woche wegen seiner Beziehungen zu vermögenden Unternehmern in der Kritik. Umstritten ist vor allem ein 500 000-Euro-Kredit, den er 2008 in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident von der Unternehmergattin Edith Geerkens bekommen hatte. Zuletzt war bekanntgeworden, dass der Unternehmer Carsten Maschmeyer 2007 mitten im niedersächsischen Landtagswahlkampf eine Anzeigenkampagne für ein Buch bezahlt hatte, in dem Wulff sein Leben schildert. Dieser soll aber von den Zahlungen nichts gewusst haben.

Wulffs Anwalt Gernot Lehr bestätigte inzwischen, dass der Unternehmer Egon Geerkens seinerzeit an den Verhandlungen rund um den Kredit beteiligt war, bekräftigte aber, dass dessen Ehefrau die Kreditgeberin war. Der Vorwurf war im Raum gestanden, der Politiker unterhalte eine geschäftliche Beziehung mit dem Unternehmer, die auch seine politische Handlungsweise beeinflusse.

De Maiziere wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern, lobte aber ausdrücklich die Amtsführung des Bundespräsidenten. „Christian Wulff übt sein Amt hervorragend aus“, sagte er. Die Debatte über das Privatdarlehen Wulffs sei legitim. Er werde sich daran aber nicht beteiligen. „Ich bin kein Richter über einen Bundespräsidenten, der gute Arbeit macht. Das ist für den Umgang zwischen Verfassungsorganen der richtige Stil.“

Bei den Bürgern hat Wulff inzwischen an Glaubwürdigkeit eingebüßt, wie eine Umfrage des Demoskopie-Instituts YouGov für die „Bild“- Zeitung (Mittwoch) zeigt. Demnach sagen 56 Prozent der Befragten, Wulff habe „stark“ an Glaubwürdigkeit verloren. Dagegen sagen 27 Prozent, er habe „kaum“ an Glaubwürdigkeit verloren, während 17 Prozent meinen, er habe „überhaupt nicht“ an Glaubwürdigkeit verloren. YouGov befragte vom 19. bis 20. Dezember insgesamt 1027 Personen. (APA/dpa)


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