Pereira kommt, Fassbaender geht, Matt hat frei

Die Direktoren an Burg und Oper, Matthias Hartmann, Dominique Meyer und sein Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst dürften zu Jahresbeginn verlängert werden.

Wien – Wirklich große Personalentscheidungen stehen in den Kulturdampfern der Republik 2012 wohl nicht an. Die Direktoren an Burg und Oper, Matthias Hartmann, Dominique Meyer und sein Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst dürften zu Jahresbeginn verlängert werden. Die interessanteste Neubesetzung betrifft die Musical-Sparte der Vereinigten Bühnen Wien (VBW): Der Nachfolger bzw. die Nachfolgerin der in den ORF zurückkehrenden Intendantin Kathrin Zechner soll im Februar präsentiert werden.

Mit 1. Jänner übernimmt Kunsthaus Wien-Chef Franz Patay interimistisch die Leitung der Kunsthalle Wien. Hier sind wohl die spannendsten Weichenstellungen und Debatten zu erwarten: Kehrt Langzeit-Direktor Gerald Matt nach seiner dreimonatigen Dienstfreistellung zurück und wird seinen bis Ende 2014 laufenden Vertrag erfüllen? Erhärten sich die Vorwürfe gegen seine bisherige Amtsführung? Wird es gelingen, friktionsfrei die alte Vereinsstruktur in die geplante GesmbH zu überführen, und welche Rolle wird dabei die künftige Aufsichtsrats-Chefin Sonja Hammerschmid spielen?

Anderswo treten die neuen Chefs an, um ihr Können erstmals unter Beweis zu stellen: Der neue Salzburger Festspiel-Intendant Alexander Pereira muss gegen einigen Gegenwind beweisen, dass das Sommerfestival unter seiner Ägide nicht bloß zu einer noch teureren, noch längeren, noch elitäreren Hochkultur-Veranstaltung wird, sein Schauspiel-Leiter Sven-Eric Bechtolf hat von seinem - zu den Berliner Festspielen wechselnden - Vorgänger Thomas Oberender in dessen letzter Saison eine hohe Vorgabe bekommen.

Die Bregenzer Festspiele bekommen 2012 mit Hans-Peter Metzler zwar einen neuen Präsidenten, aber erst 2015 mit Roland Geyer einen neuen Intendanten. David Pountney wird nach der Saison 2013 als Intendant abtreten, im Interims-Jahr 2014 aber als Regisseur des Spiels auf dem See weiter eine tragende Rolle spielen. Bei den Seefestspielen Mörbisch verabschiedet sich Intendant Harald Serafin mit seiner 20. Produktion mit der „Fledermaus“ von Johann Strauß und übergibt an die Sängerin Dagmar Schellenberger.

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Josef Ernst Köpplinger, derzeit Intendant am Stadttheater Klagenfurt, wechselt mit Saisonende an das Gärtnerplatztheater in München, wo er wegen Sanierungsarbeiten allerdings bis 2014 nicht im Stammhaus spielen kann. Während Köpplinger in München das österreichische Leitungs-Duo Nikolaus Bachler (Bayerischen Staatsoper) und Martin Kusej (Residenztheater) zum Trio erweitert, kommt sein Nachfolger aus München:

Der 1970 in Heidelberg geborene Florian Scholz ist derzeit Mitarbeiter von Bachler. Wachablöse auch in Innsbruck und St. Pölten: Am Tiroler Landestheater übernimmt der Bayer Johannes Reitmeier zu Saisonende von Langzeit-Intendantin Brigitte Fassbaender, die das Dreisparten-Haus seit 1999 geleitet hatte, Bettina Hering folgt im Landestheater Niederösterreich auf Isabella Suppanz.

Bei den Wiener Festwochen amtiert Luc Bondy noch bis 2013, „Mitte der nächsten Spielzeit“ wird er „in fließendem Übergang“ zusätzlich das Pariser Theater de l‘Odeon übernehmen. Das Festspielhaus St. Pölten sucht dagegen eine neue künstlerische Leitung ab 2013/14 und wird die Nachfolge von Joachim Schloemer wohl spätestens gegen Jahresmitte 2012 regeln müssen.

Im Wiener Völkerkundemuseum tritt der Niederländer Steven Engelsman am 1. Mai seine Leitungsfunktion an. Ob er im Museumsverbund des Kunsthistorischen Museums eine eigenständige Position erstreiten und nicht nur die Neupositionierung des Hauses, sondern auch die Zusammenarbeit mit dem Volkskundemuseum verwirklichen kann, zählt zu den wesentlichen Herausforderungen seines Jobs. (APA)


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