Neuerungen für Autofahrer 2012: Rettungsgasse und neue Vignette

2012 hält für Österreichs Autofahrer wieder einige Neuerungen bereit.

Wien – Die wohl wichtigste Änderung im österreichischen Straßenverkehr ist die Bildung einer Rettungsgasse.

Bisher war im Gesetz geregelt, dass Autofahrer Einsatzfahrzeugen ein schnellen Vorankommen im Stau ermöglichen müssen. Dafür ist auf Autobahnen beispielsweise vorgesehen, auf den Pannenstreifen auszuweichen, wenn ein Rettungsauto durch muss. Dadurch kann es aber auch zu gefährlichen Situationen kommen.

Mit 1. Jänner 2012 tritt die neue Regelung mit der Rettungsgasse in Kraft. Sie ermöglicht den Rettungskräften auf Autobahnen und Schnellstraßen, rascher zum Unfallort zu kommen und die Verkehrssicherheit gleichzeitig zu verbessern.

„Die Rettungsgasse funktioniert nur, wenn alle Lenker solidarisch handeln und sich an dieselben Regeln halten. In Deutschland und Tschechien ist die Rettungsgasse ja bereits gesetzliche Vorschrift, in Slowenien und der Schweiz empfohlen bzw. gelebte Praxis“, erklärt Öamtc-Generalsekretär Oliver Schmerold.

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Laut neuen Gesetz müssen Autofahrer folgendermaßen handeln: „Stockt der Verkehr auf einer Richtungsfahrbahn in einem Abschnitt mit mindestens zwei Fahrstreifen, so müssen Fahrzeuge für die Durchfahrt von Einsatzfahrzeugen in der Mitte zwischen den Fahrstreifen zwischen dem äußerst linken und dem daneben liegenden Fahrstreifen, eine freie Gasse bilden (Rettungsgasse); diese Gasse darf, außer von Einsatzfahrzeugen, nur von Fahrzeugen des Straßendienstes und Fahrzeugen des Pannendienstes benutzt werden.“

Die Rettungsgasse muss also gebildet werden, sobald sich ein Stau bildet, nicht erst, wenn sich die Einsatzfahrzeuge nähern. Wer zur Seite fährt, um Platz zu schaffen, muss sein Fahrzeug unbedingt wieder parallel zur Fahrtrichtung anhalten – nicht schräg. Ein in die Rettungsgasse ragendes Heck oder gar ein Anhänger kann ein gefährliches Hindernis sein.

Man darf den Pannenstreifen zwar mitbenützen, um eine Rettungsgasse zu bilden. Das gilt aber nur, wenn die Straße nicht breit genug ist – prinzipiell sollte auch der Pannenstreifen so weit wie möglich freigehalten werden.

Bei Autobahnabfahrten muss man ebenfalls darauf achten, dass ein Rettungsfahrzeug bei der Weiterfahrt nicht behindert wird.

Wenn jemand bei der Rettungsgasse nicht mitmacht, kann er mit bis zu 726 Euro Strafe belangt werden. Wer außerdem ein Rettungsfahrzeug, eine Streife oder ein Pannenfahrzeug behindert, muss sogar mit einer Strafe bis zu 2180 Euro rechnen. Wer einem Rettungsfahrzeug folgt, das durch die Rettungsgasse fährt, muss ebenfalls mit Bestrafung rechnen.

Neue Vignette in petrol

Die neue Autobahnvignette ist 2012 petrolfarbig. Sie kostet für das ganze Jahr 77,80 Euro und ist somit um 1,30 Euro teurer geworden. Wer ohne das Pickerl erwischt wird, muss 120 Euro Ersatzmaut zahlen. Wer nicht an Ort und Stelle bezahlt, muss sogar mit einem Strafrahmen bis zu 3000 Euro rechnen.

Auch in den Nachbarländern gelten vielerorts Vignetten auf den Autobahnen. In der Slowakischen Republik wird 2012 statt der bisherigen Siebentagesvignette eine Zehntagesvignette eingeführt. Außerdem gibt es dort die Monats- und die Jahresvignette.

Auch in Slowenien drohen Strafen ohne das Pickerl. Dort gibt es neben der Monats- und Jahresvariante auch eine Siebentagesvignette.

Gleiches gilt für Ungarn, die Tschechische Republik und die Schweiz: Wer in Urlaub fährt, sollte sich ohne das Pickerl auf den jeweiligen Autobahnen nicht erwischen lassen.

Kinderreisepass ist Pflicht

Vorsicht ist 2012 außerdem beim Verreisen geboten: Kinder, die bislang im Reisepass der Eltern miteingetragen waren, benötigen ab dem kommenden Jahr ihren eigenen Pass. Die Kindermiteintragungen sind nur noch bis 15. Juni 2012 gültig. Reisen Minderjährige mit Oma, Tante, anderen Begleitpersonen oder alleine ins Ausland, ist es empfehlenswert, eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten mitzuführen.

Reifenlabel wird vorgeschrieben

Ab 1. November 2012 müssen alle in der EU verkauften Pkw-Reifen mittels Aufkleber oder Informationsblatt gekennzeichnet sein. Neu in der EU typisierte Reifen-Modelle müssen Grenzwerte beim Nassbremsen sowie neue Grenzwerte beim Rollwiderstand und dem Abrollgeräusch erfüllen.

Verpflichtend sind außerdem ein Reifendruck-Kontrollsystem für alle neu in der EU typisierten Pkw-Modelle der Klasse M1 und eine Gangwechselanzeige für alle neu in der EU typisierten Pkw-Modelle der Klasse M1 bis 2610 kg Bezugsmasse. (tt.com)


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