SOS Mitmensch plant Kundgebung gegen Rechtsextremismus

Am gleichen Tag des WKR-Balls - Gedenk- und Aktionswoche von 20. bis 27. Jänner

Wien - Die NGO SOS Mitmensch plant am Abend des Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz (27. Jänner) am Wiener Heldenplatz eine Großkundgebung gegen Rechtsextremismus. Am Vormittag desselben Tages ist eine Gedenkveranstaltung (ebenfalls am Heldenplatz) geplant. Brisanz erhält die Kundgebung durch den ebenfalls am 27. Jänner abgehaltenen Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) in der Wiener Hofburg - auch wenn die Veranstaltung von SOS Mitmensch nicht explizit als Demonstration gegen den Ball angekündigt ist.

Die Gedenkveranstaltung sowie die Großkundgebung sollen Höhepunkt einer Gedenk- und Aktionswoche vom 20. bis 27. Jänner sein, heißt es in einer Aussendung von SOS Mitmensch. Zahlreiche Veranstaltungen werden sich demnach der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und der Auseinandersetzung „mit der gegenwärtigen rechtsextremen Bedrohung“ widmen.

Mit der Gedenk- und Aktionswoche will SOS Mitmensch ein Zeichen setzen, „dass wir die mörderische Sündenbock- und Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus nicht vergessen haben, und wir setzen ein Zeichen gegen heutige rechte Hetze!“, sagte NGO-Sprecher Alexander Pollak. Das ablaufende Jahr habe gezeigt, „dass Rechtsextremismus nach wie vor eine außerordentliche Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellt“, heißt es in der Aussendung. Die NGO verweist unter anderem auf das Massaker in Norwegen, den „Rechtsterror in Deutschland“ sowie auf mehr als 1.000 Anzeigen wegen rechtsextremer Straftaten in Österreich.

Der WKR-Ball sorgt Jahr für Jahr für Kritik, Gegendemos und Ausschreitungen. Kritiker wie SOS Mitmensch sehen im Korporationsring eine „rechtsextrem durchsetzte Vereinigung“, der Ball werde alljährlich „auch als Vernetzungstreffen für Rechtsextremisten aus ganz Europa genützt“. Ab kommenden Jahr wird der Ball allerdings nicht mehr in der Hofburg stattfinden. Bereits Anfang Dezember hatte die Wiener Hofburg Kongresszentrum BetriebsgmbH mitgeteilt, dass die Hofburg nicht mehr als Veranstaltungsstätte zur Verfügung stehe. Als Begründung wurde die „aktuelle politische und mediale Dimension, welche die Abhaltung des WKR-Balles in den letzten Jahren angenommen hat“, angeführt. (APA)

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