Astronomiejahr 2012: Die Welt wird nicht untergehen

Forscher sind sich einig: Das wird ein Jahr voller Sternschnuppen, aber ohne Weltuntergang.

Wien – Weder Untergang noch Finsternis, dafür seltene Bedeckungen bringt das Astronomiejahr 2012 in Österreich. Nein, die Welt wird 2012 nicht untergehen, beteuern einmal mehr die Experten der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA), weder durch angebliche besondere Planetenkonstellationen, noch durch ominöse sich nähernde unbekannte Planeten. Auch Mond- und Sonnenfinsternisse kann der Himmel in unseren Breiten nicht bieten. Dafür gibt es mit einem Venustransit, bei der unser Schwesterplanet vor der Sonne vorbeizieht, und der Bedeckung des Jupiters durch den Mond interessante Himmelsschauspiele.

Ein besonderes und seltenes Schauspiel bietet die Venus am 6. Juni: Der Planet wird genau vor der Sonnenscheibe vorbeiwandern. Zuletzt war ein solcher Venustransit 2004 zu beobachten, aufgrund seines etwas eigenartigen Rhythmus wird das nächste derartige Ereignis erst wieder am 11. Dezember 2117 stattfinden. Den nächsten von Österreich aus sichtbaren Venustransit gibt es laut Hermann Mucke von Astronomischen Büro Wien sogar erst am 8. Dezember 2125.

Von Wien aus ist der Venustransit nur unvollständig sichtbar: Mit Sonnenaufgang um 4.56 Uhr sind schon rund zwei Drittel des Durchgangs vorüber, dennoch versichern die Astronomen, dass der Anblick der aufgehenden Sonne mit der kleinen runden Venus vor der Sonnenscheibe „beeindruckend“ sei. Um 6.49 Uhr wird die Venus zur Gänze die Sonnenscheibe verlassen haben. Um den Venustransit in voller Länge zu beobachten, müsste man nach Hawaii, Ostasien, Australien oder in die Arktis reisen.

Ebenso selten ist die Bedeckung des Jupiters durch den Mond am 15. Juli. Der nur mehr als dünne Sichel sichtbare abnehmende Mond wird sich in den frühen Morgenstunden über den Planeten Jupiter schieben - ein Ereignis, das erst wieder 2031 zu sehen sein wird.

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Dem Reigen der Planeten um die Sonne ist eine spektakuläre Begegnung zu verdanken: Die beiden hellsten Planeten - Venus und Jupiter - sind bereits jetzt gut am Abend zu sehen und werden sich aus Sicht der Erde in den nächsten Monaten aufeinander zu bewegen. In den Wochen um den 15. März bilden die beiden Planeten dann ein mit freiem Auge gut zu beobachtendes Doppelgestirn in der Abenddämmerung, dem nach Meinung der Astronomen „kaum jemand entgehen kann“.

Für Finsternis-Fans heißt es derzeit warten: die nächste hierzulande gut zu beobachtende Mondfinsternis findet erst wieder 2015 statt. Am 20. Mai 2012 ist eine Ringförmige Sonnenfinsternis nur von Südchina, Japan, Pazifik und dem Südwesten der USA aus zu sehen. Die Totale Sonnenfinsternis am 13./14. November ist primär im Süden Südamerikas, Südostasien und Australien zu sehen.

Ein „gutes Jahr für Sternschnuppen“ prophezeien die Experten der WAA, die stärksten Meteorschauer - sie treten auf, wenn die Erde auf ihrem Weg um die Sonne eine staubreiche Kometenbahn kreuzt - sind die „Perseiden“ um den 11/12. August und die „Geminiden“ um den 11./12. Dezember. Zu dieser Zeit stört der Mond kaum die Beobachtung. (APA)


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