Unbekannte DNA auf beim Erdkeller gefundenen Zigaretten

Staatsanwalt Friedrich Köhl sehe keinen Zusammenhang mit der Tat: „Die Zigaretten könnten von jedem stammen.“

Hollabrunn/Korneuburg - Im Kriminalfall Julia Kührer - das Mädchen aus Pulkau war fünf Jahre vermisst und ihre Leiche Ende Juni in einem Erdkeller in Dietmannsdorf entdeckt worden - gibt es laut Medienberichten neue Erkenntnisse. Demnach wiesen nahe des Verstecks gefundene Zigarettenstummel keine DNA-Spuren der Schülerin oder des - für die Staatsanwaltschaft als verdächtig geltenden - Grundstückseigentümers auf, wohl aber von mehreren unbekannten Personen.

Der Anwalt des Mannes, Farid Rifaat, sieht laut „Österreich“ mehrere Indizien, die seinen Mandanten „massiv entlasten“ würden. So hätten sich weder in dessen damaligen Autos noch in der Wohnung der Freundin des 50-Jährigen - in der alle seine Möbel stünden - DNA-Spuren oder Fingerprints der zum Zeitpunkt ihres Verschwindens 16-Jährigen gefunden. Der Tageszeitung zufolge fand sich auf den Zigaretten weibliche DNA sowie von fünf männlichen Personen, der damalige Freund der Schülerin war ebenfalls nicht darunter.

Wie der „Kurier“ dazu schreibt, mutmaßt Rifaat, dass in dem Keller vielleicht Feste gefeiert wurden, von denen sein Mandant nichts wusste. Staatsanwalt Friedrich Köhl sehe keinen Zusammenhang mit der Tat: „Die Zigaretten könnten von jedem stammen.“ Das Gutachten sei „eine Spur, die im Sand verläuft.“ Während also die Staatsanwaltschaft keinen Anlass sehe, den Kreis der Verdächtigen auszuweiten, trete der Bürgermeister von Pulkau für freiwillige DNA-Tests in seiner Gemeinde ein, wenn das die kriminalistische Arbeit unterstützen könnte.

Auch an der Leiche seien keine weiteren Spuren von Personen festgestellt werden. Die Spurenauswertung von in den Fahrzeugen gefundenen Haaren ist laut „Kurier“ noch nicht abgeschlossen.

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Im Zusammenhang mit den neuen Erkenntnissen berichtete die „Kronen Zeitung“ über die schwer zu ertragende Belastung für Julias Eltern. Sie wollen ihre Tochter, deren Überreste sich noch immer in der Gerichtsmedizin befinden, endlich beerdigen. Nach wie vor sei die Todesursache nicht geklärt.

Die Schülerin aus Pulkau im Bezirk Hollabrunn war am 27. Juni 2006 verschwunden. Nach der Entdeckung ihrer sterblichen Überreste Ende Juni wurde der Grundstückseigentümer festggenommen, der zuständige Richter verneinte jedoch das Vorliegen eines dringenden Tatverdachts und verhängte keine U-Haft. In der Folge lehnte das Oberlandesgericht die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Enthaftung ab. Der 50-Jährige selbst beteuerte in zahlreichen Medien seine Unschuld, Unbekannte hätten die Tote auf seinem Grundstück abgelegt. (APA)


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