24 Tote nach Wahlen im Kongo

Regierungstruppen in der Demokratischen Republik Kongo haben seit dem umstrittenen Wahlsieg von Präsident Joseph Kabila Anfang Dezember 24 Menschen getötet, berichtete die NGO Human Rights Watch am Donnerstag. Die meisten Opfer habe es in der Hauptstadt Kinshasa gegeben, der Hochburg des Oppositionskandidaten Etienne Tshisekedi.

Es sei offensichtlich, dass die Sicherheitskräfte die Tötungen zu verschleiern versuchten. Das Militär und die Leibgarde des Präsidenten hielten Oppositionelle in Gefangenenlagern in Kinshasa fest, berichtete die Menschenrechtsgruppe. „Diese blutige Taktik unterminiert den Wahlvorgang und erweckt den Eindruck, dass die Regierung alles tut, um an der Macht zu bleiben“, hieß es in einer Erklärung. Die kongolesische Regierung wollte die Vorwürfe nicht kommentieren.

Kabila, dessen Vater bereits in dem Land regierte, war am Dienstag zu einer weiteren fünfjährigen Amtszeit vereidigt worden. Der oberste Gerichtshof des Landes hatte seinen Wahlsieg zuvor bestätigt. International war die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse allerdings angezweifelt worden. Auch Österreichs Außenminister Michael Spindelegger hatte am Dienstag Bedenken geäußert. Der Oppositionsführer Tshisekedi sagte nach dem Urnengang, die Wahl sei manipuliert, und erklärte sich selbst zum Präsidenten. Infolge war es zu blutigen Zusammenstößen in dem afrikanischen Staat gekommen, in dem erst 2003 ein langjähriger Bürgerkrieg geendet hatte.

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