Steirer setzte Tankstelle in Brand: Einweisung in Anstalt

Beschuldigter: „Ich habe Stimmen gehört“ - Entscheidung nicht rechtskräftig.

Graz - Weil er bei einer Tankstelle Benzin verschüttet und angezündet hat, musste sich ein Weststeirer am Donnerstag im Grazer Straflandesgericht verantworten. Der 51-Jährige gab an, er habe „Stimmen gehört“ und deshalb den gefährlichen Brand gelegt. Da er aufgrund einer geistigen Erkrankung nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnte, wurde die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verfügt.

„Man muss dankbar sein, dass nicht mehr passiert ist“, meinte Staatsanwältin Barbara Schwarz einleitend. Der 51-Jährige nahm heuer im Juli einen Benzinkanister und fuhr damit zu einer Tankstelle. Dort verschüttete er etwas Bezin und zündete es an. „Es gab einen Riesenkracher, alles stand in Flammen“, schilderte die Anklägerin. Nur der schnellen Reaktion der Tankstellenmitarbeiterin, die sofort zum Feuerlöscher griff, sei es zu verdanken, dass nicht mehr passierte. „Aber es bestand die Gefahr, dass die ganze Tankstelle in die Luft fliegt“, so die Staatsanwältin.

Der Verursacher der Beinah-Kastatrophe ist ein ehemaliger Mitarbeiter des Außenministeriums, der zwar hochintelligent ist, aber mittlerweile an paranoider Schizophrenie“ leidet. „Ich habe Stimmen gehört“, lautete seine Erklärung. Außerdem war er eine zeitlang davon überzeugt, mit Putin befreundet zu sein. „Sie sind seit 2004 in Pension?“, fragte Richter Erik Nauta, was der Weststeirer bejahte. „Wovon haben Sie vorher gelebt?“, hakte der Richter nach. „Von Arbeiten“, kam die durchaus logische Antrwort.

Nach der Tat wurde der 51-Jährige in die Sigmund-Freud-Klinik eingeliefert, wo sich sein Zustand deutlich besserte. Also wurde statt einer Strafe nur die dauerhafte Einweisung verfügt. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab, die Entscheidung ist also nicht rechtskräftig. (APA)


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