Aktenklau-Affäre: Anwaltskanzlei weist Vorwürfe zurück

Die Justiz ermittelt wegen des Verdachts auf Urkundenunterdrückung und -Manipulation gegen den Liechtensteiner Anwalt eines Grasser-Geschäftspartners.

Wien/Vaduz – Die Liechtensteinische Rechtsanwaltskanzlei Marxer & Partner hat die Vorwürfe, dass ein Anwalt der Kanzlei - für die Causa Buwog möglicherweise brisante - Akten entwendet habe und diese möglicherweise manipuliert wurden, zurückgewiesen.

Diese Spekulationen seien „haltlos und ohne jede Grundlage“, es werde „ohne nähere Sachkenntnis auf tendenziöse und unseriöse Weise berichtet“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Gegen den Anwalt laufen Vorerhebungen der Liechtensteinischen Justiz, ermittelt wird wegen des Verdachts der Urkundenunterdrückung.

„Bewilligte Akteneinsicht“

Für die Kanzlei Marxer & Partner war der Vorgang legal: Ein Partner der Kanzlei habe die Unterlagen „im Zuge einer bewilligten Akteneinsicht behoben und unserem Mandanten unverzüglich gegen Quittung ausgehändigt“. Nach Gesprächen mit der Staatsanwaltschaft „haben wir unseren Mandanten bewogen, diese Unterlagen dem Gericht freiwillig zur Verfügung zu stellen, sodass sie im neuen Rechtshilfeverfahren zur Verfügung stehen“, heißt es in der Stellungnahme.

Das Vorgehen des Anwalts habe keine strafrechtlichen Vorschriften verletzt, denn der Rechtsgrund für die Einbehaltung der Unterlagen durch das Gericht sei weggefallen, so die Kanzlei. Die Unterlagen stammten von einem in Liechtenstein ansässigen Wirtschaftsprüfer, der in dem Verfahren nicht Beschuldigter sei und von Marxer & Partner vertreten werde.

Liechtenstein: Sondersitzung der Regierung

Die Liechtensteiner Justiz ermittelt gegen den Anwalt, der Verdacht auf Urkundenunterdrückung oder sogar Manipulation steht im Raum. Der betroffene Anwalt und Stiftungsrat vertritt einen Geschäftspartner von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Er soll die im Herbst bei einer Hausdurchsuchung beschlagnahmten Akten dem Gericht gestohlen und erst nach sechs Wochen wieder zurückgegeben haben. (red, APA)


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