Massiver Streik im öffentlichem Dienst legt Belgien weitgehend lahm

Protest richtet sich vor allem gegen höhere Hürden für Frührente.

Brüssel - Wenige Wochen nach ihrer Amtsübernahme sieht sich die neue belgische Regierung unter Ministerpräsident Elio Di Rupo mit massiven Streiks im öffentlichen Dienst gegen ihre Sparpolitik konfrontiert. Der Ausstand legte am Donnerstag sowohl den Zugverkehr im Land als auch die internationalen Verbindungen nach Deutschland, Frankreich, Großbritannien und in die Niederlande lahm. In der Hauptstadt Brüssel stand zudem das gesamte Nahverkehrsnetz still, was zu umfangreichen Staus auf den Straßen führte.

Auch Lehrer, Gefängnis-, Post- und Medienmitarbeiter beteiligten sich an dem 24-stündigen Streik, der sich vor allem gegen den Plan der belgischen Regierung richtet, die Altersgrenze für eine Frühpensionierung von 60 auf 62 Jahre anzuheben. Die Gewerkschaften sind nicht nur über die geplante Reform selbst erbost, sondern auch darüber, dass die Regierung des Sozialisten Di Rupo nicht mit ihnen zu verhandeln versuchte.

Di Rupos Koalitionsregierung, die nach fast eineinhalbjährigem politischen Stillstand in Belgien erst seit dem 6. Dezember im Amt ist, plant angesichts der angespannten Budgetlage des Landes Milliardeneinsparungen, um die Staatsverschuldung zurückzufahren. Die Kreditwürdigkeit Belgiens wurde erst jüngst herabgestuft. Außerdem warnte die Europäische Union das Land vor Sanktionen wegen seines hohen Schuldenstands. (APA/AFP)

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