Kneissl-Insolvenz: Scheich Al Jaber offenbar wieder im Spiel

Bei einer Gläubigerversammlung wurde ein Sanierungsplan vorgelegt. Die Gläubiger hoffen nun, das diese Mal endlich Geld überwiesen wird.

Kufstein - Bei der Sanierung des insolventen Tiroler Sportartikelherstellers Kneissl dürfte Mehrheitseigentümer Mohammed Al Jaber wieder im Spiel sein. Bei einer Gläubigertagsatzung am Donnerstag in Innsbruck wurde laut KSV vom Geschäftsführer der betroffenen Firmen, Andreas Gebauer, ein Sanierungsplan vorgelegt.

Die Gläubiger hoffen demnach auf 20 Prozent. Sobald das Geld auf einem Treuhandkonto auch tatsächlich eingelangt sei, könne darüber abgestimmt werden, hieß es nach der Sitzung.

Medienberichten zufolge soll Al Jaber dank einer 1,5-Mrd.-Dollar-Spritze in seine MBI-Gruppe wieder liquide sein.

Deutsche Übernahme gescheitert

Die Übernahme der drei betroffenen Kneissl-Firmen durch die „Friends of Sport Vermögensverwaltungs- und Beteiligungs GmbH“, ein Unternehmen der deutschen Kramer Elastics Gruppe, zu einem Preis von 1,7 Mio. sei gescheitert, der Kaufpreis sei nicht eingelangt, so KSV-Sprecher Walter Hintringer.

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Am 8. Februar dieses Jahres waren die Kneissl Holding GmbH, die Kneissl Star Lounge GmbH und die Kneissl Tirol GmbH in den Konkurs geschickt worden. Die Kneissl Tirol GmbH war die Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebsgesellschaft und damit die wesentliche operativ tätige Gesellschaft. Bei der Kneissl Holding GmbH waren vom Masseverwalter Insolvenzforderungen in der Höhe von rund 9,3 Mio. anerkannt worden, davon entfallen auf die Bank 8 Mio. aus Haftungen für Tochtergesellschaften). Bei der Kneissl Star Lounge GmbH waren es rund 1,3 Mio. Euro (davon Bankverbindlichkeiten von rund 1,23 Mio. Euro) und bei der Kneissl Tirol GmbH rund 12,8 Mio. (davon Bankverbindlichkeiten von rund 10,34 Mio.).

Nach dem Scheitern der Sanierungspläne im vergangenen Juni waren die Produktion geschlossen und zunächst nur noch die Teilbereiche „Shop/Vertrieb“ und „Allgemeine Verwaltung“ mit wenigen Mitarbeitern aufrechterhalten worden.

Gläubiger hoffen auf Geld

Bei dem Sanierungsvorschlag Gebauers seien 20 Prozent angeboten worden, zahlbar binnen fünf Tagen ab Annahme der Sanierungspläne. Mit der UniCredit gebe es dabei eine Sondervereinbarung, die laut Gebauer bereits bestehe. Deren Forderungen müssten demnach dann nicht mehr eigens berücksichtigt werden.

Für die Gläubiger bleibe nun die Hoffnung, dass dieses Mal Geld auf das Treuhandkonto überwiesen werde. Die Abstimmung über den Sanierungsplan sei „Anfang Jänner“ realistisch, sagte der KSV-Sprecher.

Al Jaber hat Mitte Juni die Frist für die Annahme der Sanierung der drei Firmen auslaufen lassen. Damals hätten 2,1 Mio. Euro an den Masseverwalter überweisen und eine „Rückstehungserklärung“ der Bank Austria abgeliefert werden müssen. Zwei Wochen davor hatte er sich nach der Annahme der Sanierungspläne durch die Gläubiger noch erfreut gezeigt. Bereits 1980 und 2003 war das Unternehmen - damals mit anderen Eigentümern - in die Pleite geschlittert. (APA)


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