Britischer Anwalt Mills entlastet Berlusconi vor Gericht

Er habe 2004 erfunden, dass Berlusconi ihm das Geld für eine Falschaussage gezahlt hatte, weil er ins Visier von Steuerermittlungen geraten war, sagte Mills vor Gericht.

Rom - Der ehemalige italienische Premier Silvio Berlusconi hat bei dem gegen ihn laufenden Prozess wegen der Bestechung des britischen Rechtsanwalts David Mills Rückendeckung erhalten. Mills bestritt am Donnerstag in einer Video-Schaltung aus London, dass er vom Medienzaren 600.000 Dollar (etwa 460.000 Euro) für Falschaussagen erhalten habe. Er habe 2004 erfunden, dass Berlusconi ihm das Geld für eine Falschaussage gezahlt hatte, weil er ins Visier von Steuerermittlungen geraten war, sagte Mills vor Gericht. Berlusconi war während der Aussage im Gerichtssaal präsent.

Berlusconi und Mills stehen seit 2006 mit zehn weiteren Angeklagten vor Gericht. Unter anderem wird wegen des Vorwurfs der Geldwäsche verhandelt, auf die bis zu zwölf Jahre Haft stehen. Der schwerwiegendste gegen Berlusconi erhobene Vorwurf ist jener der Steuerhinterziehung. Dafür drohen ihm bis zu sechs Jahre Haft. Berlusconi geht davon aus, dass der Tatbestand im Jänner verjährt sein wird. Mills war 2009 zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Im Jahr 2010 entschied das Kassationsgericht in Rom aber auf Freispruch wegen Verjährung.

Seit dem Sturz seiner Regierung im November nimmt Berlusconi immer wieder an Gerichtsverhandlungen in Verfahren teil, die ihn betreffen. So hatte er schon am Montag an einer Gerichtsverhandlung im Mills-Prozess teilgenommen. Gegen den Ex-Premier läuft in Mailand unter anderem ein Prozess wegen Amtsmissbrauch und Sex mit einer minderjährigen Marokkanerin. Dem Medienzaren drohen in diesem Verfahren bis zu 15 Jahren Haft. (APA)


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