Wo ist der Weihnachtsmann? - US-Luftwaffe verfolgt ihn

Ein Frühwarnsystem der US-Luftwaffe verfolgt die Spur des Weihnachtsmannes seit 1955. 80.000 Anrufe werden an Heiligabend erwartet.

Von Dan Elliott (dapd)

Denver - Wenn einer wissen kann, wo der Weihnachtsmann am Himmel gerade ist, dann ist es ja wohl das Raketen-Frühwarnzentrum der US-Luftwaffe (NORAD). Das sehen die Mitarbeiter dieser High-Tech-Behörde offenbar genau so und eröffnen an Heiligabend wieder ihr „Santa-Beobachtungszentrum“. Sie erwarten Zehntausende Anrufe und E-Mails, die von 1.200 freiwilligen Helfern beantwortet werden.

Das Nordamerikanisches Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando (NORAD) informiert Kinder seit 1955, wo sich der Weihnachtsmann gerade aufhält. Dabei beruht das Ganze eigentlich nur auf einem Irrtum. Eine Zeitung in Colorado Springs hatte damals in einer Anzeige Kinder aufgerufen, den Weihnachtsmann unter einer bestimmten Nummer anzurufen. Darin war aber ein Fehler enthalten, und Dutzende Kinder landeten beim NORAD-Vorgänger Continental Aerospace Defense Command.

Die diensthabenden Offiziere spielten aber mit und begannen, Berichte dazu abzugeben, wo Santa, wie der Weihnachtsmann in den USA heißt, gerade ist. Das wurde nun inzwischen zu einer Tradition. Im vergangenen Jahr beantworteten Freiwillige an Heiligabend 80.000 Anrufe, wie Projektleiterin Joyce Creech erklärt.

„Es ist so bewegend, die kleinen Seufzer am anderen Ende der Leitung zu hören, da merkt man, wie nervös sie sind“, sagt Creech. „Aber wir hören auch herzzerreißende Geschichten: ‚Kannst du Santa bitten, meinen Bruder von Krebs zu heilen?‘ oder ‚Kann ich ein Paar neue Schuhe bekommen? Ich habe keine.‘“

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Die aktuellen Positionsmeldungen von NORAD gibt es inzwischen auch auf Facebook, Twitter, YouTube, auf der eigenen Website und im Fernsehen. In diesem Jahr gibt es erstmals auch eine App für iPhones oder Mobilgeräte mit den Betriebssystemen Android. Seit Mitte Dezember wurde die App mehr als 234.000 Mal heruntergeladen, sagt Creech.

Im Mittelpunkt stehen aber immer noch die Telefonanrufe. Im Schichtbetrieb werden hier die Freiwilligen die Fragen der Kinder beantworten. Für viele Familien sei es schon zur Tradition geworden, bei NORAD anzurufen, erklärt Creech. „Es bringt den Menschen Freude, vor allem den Kindern.“ (dapd)


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