Weltumrundung: SOS-Idee wirkt weit über das „Dorf“ hinaus

Der Wiener Supervisions- und Organisationsberatungsspezialist Martin Lion sowie der gebürtige Wiener Business Development Manager Sebastian Gypser sind mit ihren Motorrädern auf Weltumrundung im Rahmen einer Spendenaktion für SOS-Kinderdörfer.

Pokhara/Wien - Sie sind schon weit herum gekommen: Der Wiener Supervisions- und Organisationsberatungsspezialist Martin Lion sowie der gebürtige Wiener Business Development Manager Sebastian Gypser sind mit ihren Motorrädern auf Weltumrundung im Rahmen einer Spendenaktion für SOS-Kinderdörfer. Vor einigen Tagen entdeckten sie in Pokhara in Nepal, wie sehr die Idee von Hermann Gmeiner über die „Dörfer“ selbst hinaus wirkt.

Das Kinderdorf „Gandaki“ in Pokhara besteht seit 1981 und bietet 150 Kindern ein Zuhause. Zusätzlich gibt es dort eine Hermann Gmeiner Schule, einen Kindergarten und eine eigene Lehrausbildungsstätte, die auch Kindern außerhalb des Kinderdorfes zur Verfügung stehen. Und gerade diese Einrichtungen sind in Nepal auch Zielpunkt für viele Familien aus der umliegenden Region.

Martin Lion: „Die Hermann Gmeiner Schule gilt als eine der besten Schulen der Stadt und wird auch von vielen Kindern von außerhalb besucht. Insgesamt gehen dort 900 Kinder zur Schule. Jene Familien, die es sich leisten können, zahlen Schulgeld, ansonsten werden Stipendien vergeben, damit auch Kinder aus ärmeren Familien in den Genuss einer guten Ausbildung kommen.“

Die Schule und das Dorf öffnen sich so zur gesamten Gesellschaft in der Region. Der Leiter des SOS-Kinderdorfs, Bhagat Shrestha: „Der Kontakt und Freundschaften mit Kindern von außerhalb der Einrichtung nimmt den Mädchen und Buben die Angst vor der Welt außerhalb. Für jene, denen die Schule nicht so liegt, gibt es eine eigene Lehr-Ausbildungsstätte, wo die Kinder handwerkliche Berufe erlernen.“

Die Kontakte zwischen den Betreuten und dem SOS-Kinderdorf bleiben oft über viele Jahre bis lebenslang erhalten. Ein Beispiel dafür ist die 17-jährige Riha. Sie besucht ihre Mutter in „Gandaki“ regelmäßig. „Ich bin in diesem Haus aufgewachsen, vor zwei Jahren bin ich in eine Wohngemeinschaft in die Stadt umgezogen und mache meine Ausbildung zur Krankenschwester. Wenn ich Zeit habe, komme ich oft hierher, besuche meine Mutter und spiele mit den Kindern. Hier ist mein Zuhause“, erzählte sie den Österreichern.

Darüber hinaus wird in Pokhara auch versucht, Familien außerhalb der „Dorf-Gemeinde“ zu unterstützen. Hier geht es auch um „Eltern-Training“. Die 24-jährige Lahira, Mutter des zweijährigen Madhav, besucht die Einrichtung regelmäßig: „Als Madhav geboren wurde, war ich komplett überfordert, ich hatte von Erziehung keine Ahnung. Jetzt komme ich zwei Tage im Monat hierher und kümmere mich gemeinsam mit den SOS-Kinderdorf-Mitarbeitern um Madhav und die anderen Kinder und lerne so viel über Kindererziehung, -ernährung und -krankheiten und was ich tun muss.“

SOS-Kinderdorf-Leiter Shristah über das Programm, an dem derzeit 24 Familien teilnehmen: „Wir haben uns nicht nur zum Ziel gesetzt, dass es ‚unseren‘ Kindern gut geht, wir wollen auch möglichst viele Familien und Kinder von außerhalb unterstützen und dazu beitragen, dass jedes Kind ein liebevolles zu Hause hat“.

Lion und Gypser wollen mit ihrer Initiative und der Tour rund um die Welt den Bau einer neuen Einrichtung der Organisation in Peru unterstützen. Gypser: „Genau aus diesem Grund bitten wir die Österreicher, möglichst zahlreich bei unserer Spendenaktion teilzunehmen. Jeder Spendenbeitrag, egal ob groß oder klein, macht einen Unterschied. Uns tun ein paar Euro nicht weh, für diese Kids ist es aber ihre Zukunft.“ (APA)

(S E R V I C E - Details zur Spendeninitiative und zum Reiseblog findet man unter www.eastbound.at)


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