Moody‘s: Österreichs Rating bleibt bei AAA, Ausblick stabil

Die Ratingagentur verweist in ihrem aktuellen Bericht auf die Wirtschaftsleistung Österreichs und die Bemühung um eine Schuldenbremse.

Wien – Die US-Ratingagentur Moody‘s belässt die Bestnote „Aaa“ für Österreichs Staatsanleihen unverändert und hält den Ausblick stabil. Begründet wird dies unter anderem mit der sehr hohen wirtschaftlichen Stärke. Unterstützt worden sei das im Vergleich zum europäischen Durchschnitt stärkere Wachstum in den vergangenen Jahren durch gut ausgebildete Arbeitskräfte und einen wettbewerbsfähigen Exportsektor. Damit verbunden seien hohe Durchschnittseinkommen, eine gut diversifizierte Wirtschaft und eine strukturell niedrige Arbeitslosigkeit, teilte Moody‘s heute, Freitag, mit.

Lob für Bemühungen um Schuldenbremse

Die Institutionen seien sehr stabil. Positiv gesehen wird in diesem Zusammenhang, dass die Regierung eine Schuldenbremse in der Verfassung verankern wolle und auch die Bemühungen, das Auslands-Exposure der Banken zu beschränken. Es sei eine der Haupteigenschaften von „Triple-A“-Ländern, dass sie beim Auftauchen von Problemen schnell und entschlossen Maßnahmen ergriffen.

Die Finanzkraft (financial strength) wird als sehr hoch erachtet. Die Zahlungsfähigkeit Österreich wird als erheblich eingeschätzt, die Fähigkeit der Regierung zur Umkehrung des Schuldendynamik angesichts der niedrigen Budgetdefizits über einen längeren Zeitraum sei hoch. Gleichzeitig gebe es einen Aufwärtstrend bei der öffentlichen Verschuldung, der angesichts der aktuellen Defizitvorschau wohl nicht vor 2014 umgekehrt werde.

Die Revision der Kennzahlen für Schulden und Defizit nach oben durch Eurostat ändere die Einschätzung für die sehr hohe Finanzkraft nicht wesentlich. Es wird aber angemerkt, dass einige Transaktionen – vor allem bezogen auf die ÖBB – das Budget weiterhin beeinträchtigen werden.

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Risikoanfälligkeit höher als in vergleichbaren Ländern

Die Anfälligkeit für Risiken wird für Österreich „gering“ eingeschätzt, gegenüber „sehr gering“ bei den vergleichbaren Ländern. Verantwortlich dafür seien vor allem die möglichen Haftungen angesichts des vergleichsweise großen Bankensektors. Positiv beurteilt werden in diesem Zusammenhang die Maßnahmen zur Beschränkung des Banken-Exposure im Ausland, vor allem in Mittel- und Osteuropa. Diese Entwicklungen würden aber Zeit brauchen. Auch die Verschuldung von staatsnahen Institutionen könnte das Budgetdefizit erhöhen.

Der Ausblick lautet weiter auf „stabil“: Allerdings hänge dieser zunehmend von einer Lösung der Krise in der Eurozone ab, die begonnen habe, einen Einfluss auf Länder der Kernzone wie Österreich zu haben. Je länger die Märkte volatil blieben, umso wahrscheinlicher sei ein weiterer Druck auf die meisten Euro-Länder inklusive „Aaa“ bewertete Länder.

Druck auf das Rating könnte aus einer substanziellen und anhaltenden weiteren Verschlechterung der Schuldensituation kommen. Ein Szenario mit einer Reihe von Staatsbankrotten oder Austritten aus der Euro-Zone könnte ebenfalls Druck auf die Bewertung Österreichs und auch anderer „Aaa“-Mitglieder der Euro-Zone bringen, heißt es in der heutigen Mitteilung weiter.

(APA)


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