Al-Kaida im Verdacht: Bis zu 50 Tote bei Anschlägen in Damaskus

Neue Eskalationsstufe in Syrien: Selbstmordattentäter töten Dutzende Menschen in Damaskus vor Gebäuden der Sicherheitskräfte. Das Regime beschuldigt nicht die syrische Opposition, sondern Al-Kaida.

Damaskus - Bei zwei Selbstmordanschlägen auf Sicherheitsbehörden und Geheimdiensteinrichtungen in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind nach Angaben von Krankenhausmitarbeitern am Freitag bis zu 50 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als hundert Menschen seien verletzt worden, sagte der stellvertretende Außenminister Faisal Mekdad vor Journalisten. Die Anschläge erfolgten kurz vor geplanten Oppositionsprotesten nach dem islamischen Freitagsgebet, die sich gegen die Beobachtermission der Arabischen Liga richten sollten.

Das syrische Fernsehen beschuldigte das Terrornetzwerk Al-Kaida, hinter den Anschlägen zu stecken. Nach Berichten von Augenzeugen ereigneten sich die Anschläge im Bezirk Kfar Souseh. Dort habe ein Selbstmordattentäter versucht, sein mit Sprengstoff beladenes Auto auf ein Gelände des Geheimdienstes zu steuern. Eine weitere Autobombe sei in der Nähe vor einem von Sicherheitskräften genutzten Gebäude explodiert. Die in London etablierte Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, nach den beiden Explosionen habe es eine heftige Schießerei in der Nähe des Hauptquartiers des Geheimdienstes gegeben.

Beobachter der Arabischen Liga in Syrien eingetroffen

Die Arabische Liga schickte ein erstes Team von zwölf Diplomaten und Experten nach Damaskus. Aufgabe dieser vom stellvertretenden Liga-Generalsekretär Samir Seif al-Yazal geleiteten Gruppe ist es, eine größere Beobachtermission vorzubereiten, die Ende Dezember die Arbeit aufnehmen soll. Nach Schätzungen von Vertretern der Vereinten Nationen starben seit Beginn der Proteste gegen das syrische Regime im März bereits über 5000 Menschen. Nach Darstellung der Regierung sind 2000 Soldaten ums Leben gekommen. Sie seien von „bewaffneten Banden“ getötet worden, heißt es in einem Schreiben der Regierung an die Vereinten Nationen, aus dem die staatliche Nachrichtenagentur SANA zitierte. (APA/AFP/dpa )

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Kommentieren


Schlagworte