Verflixte Krise: Wie Amerikas Superreiche „leiden“

Die Schuldenkrise setzt nicht nur den einfachen Bürgern zu. Auch die Superreichen in den Vereinigten Staaten haben zu leiden. Ihr Vermögen schrumpfte im Laufe des Jahres 2011 teils kräftig. Eine nicht ganz ernst gemeinte Übersicht.

New York – Armer Warren Buffett. Nur wenige Menschen dürfte die Schuldenkrise soviel Geld gekostet haben wie den Starinvestor aus der Stadt Omaha im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten. Noch im März taxierte das US-Magazin „Forbes“ sein Vermögen in der berühmten Rangliste der Superreichen der Welt auf 50 Milliarden Dollar. Im September kam „Forbes“ nur noch auf 39 Milliarden Dollar. Neuere Zahlen gibt es nicht.

Keine Frage, der ohnehin bescheiden lebende Buffett muss deshalb kein Butterbrot weniger essen. Und auch seine geliebten Steaks und seine Cola kann er sich noch leisten. Die Zahlen zeigen aber, wie flüchtig Reichtum in diesen turbulenten Zeiten sein kann. Das geschätzte Vermögen von Oracle-Chef und Lebemann Larry Ellison schrumpfte im gleichen Zeitraum von 39,5 auf 33 Milliarden Dollar; die Walmart-Erbin Christy Walton kam glimpflicher davon und büßte von 26,5 auf 24,5 Milliarden Dollar ein.

Die Milliardenverluste lassen sich leicht erklären: So hat Warren Buffett sein Vermögen nicht in bar auf der hohen Kante liegen, sondern es steckt in Aktien seiner Investmentholding Berkshire Hathaway. Und der Wert dieser Anteilsscheine war in den Finanzmarkt-Turbulenzen kräftig gesunken. Hatte eine (!) A-Aktie von Berkshire in der Spitze in diesem Jahr 131 500 Dollar gekostet, so sank das Papier im Spätsommer auf 99 000 Dollar ab. Momentan kostet die Aktie immerhin wieder 115 500 Dollar.

Buffett hat aber ohnehin nicht vor, seine Anteilsscheine zu Geld zu machen, insofern dürfte ihn sein „Verlust“ kalt lassen. Ganz im Gegenteil: Er sorgte sogar mit der Forderung für Aufsehen, dass die Reichen in den USA doch mehr Steuern zahlen sollten. Seine eigene Steuerquote sei niedriger als die seiner Sekretärin, räumte er unverhohlen ein. US-Präsident Barack Obama ergriff die Gelegenheit und schlug sogleich eine „Buffett Tax“ vor, eine Mindeststeuer für Leute mit einem jährlichen Einkommen von 1 Million Dollar und mehr.

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Und sieh da, so schlimm scheint die Krise dann doch nicht zu sein. Bei einer Umfrage des US-Marktforschers Spectrem Group unter Amerikanern mit einem Vermögen von 1 Million Dollar und mehr haben sich 68 Prozent der Befragten für eine derartige Steuer ausgesprochen.

Längst nicht jeder Superreiche in den USA hat in der Krise gelitten, wie „Forbes“ aufzeigt: So stieg das Vermögen von Buffett-Freund und Microsoft-Gründer Bill Gates von März bis September sogar noch an. Der reichste Amerikaner und zweitreichste Mensch der Welt nach dem mexikanischen Telekom-Tycoon Carlos Slim Helu verbesserte sich von 56 auf 59 Milliarden Dollar. Der Zuwachs kommt auch anderen zugute: Gates und ebenso Buffett haben ihr Vermögen dem guten Zweck versprochen. (dpa)


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