Jemenitische Elitesoldaten töten mindestens 13 Demonstranten

90 Menschen hätten Schussverletzungen erlitten. Sicherheitskräfte, die loyal zu Präsident Ali Abdullah Saleh stehen, eröffneten das Feuer.

Sanaa - Beim Angriff jemenitischer Sicherheitskräfte auf einen Protestmarsch gegen den scheidenden Präsidenten Ali Abdullah Saleh sind nach neuen Angaben 13 Demonstranten getötet worden. 50 Menschen hätten Schussverletzungen erlitten, teilten Krankenhausmitarbeiter am Sonntag mit. Etwa 150 weitere Demonstranten seien wegen des Einsatzes von Tränengas mit Atemproblemen behandelt worden. Nach einem viertägigen Marsch waren etwa 100.000 Regierungsgegner aus der südlichen Stadt Tais in der Hauptstadt Sanaa angekommen, wo sich ihnen weitere Oppositionelle anschlossen.

Trotz eines Befehls, sich aus den Straßen der Stadt zurückzuziehen, stellten sich Soldaten einer Eliteeinheit ihnen entgegen. Präsident Ali Abdullah Saleh kündigte am Abend an, er werde zur Entspannung der Lage innerhalb weniger Tage in die USA ausreisen.

Nach Angaben der Organisatoren des Protestzuges gingen die Soldaten einer Einheit unter Führung des Sohnes von Saleh mit Tränengas, Wasserwerfern und scharfer Munition gegen die Menschenmassen vor. Einige der Demonstranten warfen in Reaktion auf die Angriffe mit Steinen.

Die Auseinandersetzungen dauerten am Abend noch an. Aus Kasernen im Umfeld von Sanaa wurden weitere Soldaten sowie Panzer zur Verstärkung geschickt.

Die Demonstranten forderten eine gerichtliche Aufarbeitung der Gewalt durch das Regime von Saleh. Der seit 33 Jahren regierende Präsident hatte im November ein Abkommen zur Machtübergabe unterzeichnet, allerdings nur im Gegenzug für einen Schutz vor Strafverfolgung. Die seit Februar anhaltende Protestbewegung gegen sein Regime hält deshalb an ihrem Widerstand fest. Auch die Tatsache, dass Saleh seine Ausreise hinauszögert, ließ Beobachter in den letzten Wochen fürchten, er könnte doch weiter an der Macht festhalten. (dapd/AFP/APA)


Kommentieren


Schlagworte