In Finnland gestoppter Waffentransport - Explosion drohte

Bei der Sicherstellung der vorläufig beschlagnahmten Last fanden die Rettungskräfte mindestens 250 Kilo Sprengstoff in kaputten 25-Kilo-Verpackungen.

Helsinki – Bei dem rund eine Woche vor Weihnachten im finnischen Hafen Kotka gestoppten Waffentransport hat offenbar eine gewaltige Explosion gedroht. Nach Angaben des Rettungsdienstes vom Sonntag fanden die Ermittler an Bord des Frachters „Thor Liberty“ neben 69 Luftabwehr-Raketen vom US-Typ Patriot insgesamt 195 Tonnen für militärische Zwecke einsetzbaren Sprengstoffs - 45 Tonnen mehr als ursprünglich angegeben.

Bei der Sicherstellung der vorläufig beschlagnahmten Last fanden die Rettungskräfte mindestens 250 Kilo Sprengstoff in kaputten 25-Kilo-Verpackungen. Ein Teil davon sei im Rumpf des Frachters frei herum gelegen.

Einsatzleiter Ilppo Tolonen sagte laut der finnischen Nachrichtenagentur STT, es habe Massenexplosionsrisiko bestanden. „Falls eine der Schachteln explodiert wäre, wäre die ganze Last hochgegangen“. Die „Thor Liberty“ war nach Angaben eines finnischen Lotsen vor über zwei Wochen in einem schweren Sturm im südwestfinnischen Schärengebiet in Seenot geraten.

Der Sprengstoff aus den kaputten Verpackungen werde von Experten in Sicherheitscontainern von Bord gebracht und gezielt zur Detonation gebracht, hieß es. Die Aufräumarbeiten an Bord der „Thor Liberty“ sollen am Stefanitag abgeschlossen sein. Tolonen nannte die Aktion, den größten jemals in Finnland absolvierten Entminungseinsatz zu Friedenszeiten“.

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Beim Export der ebenfalls vorläufig beschlagnahmten Patriot-Raketen handelt es sich nach Angaben des deutschen Zolls um ein legales Rüstungsgeschäft zwischen Deutschland und Südkorea. Zu Verkäufer, Abnehmer sowie Endzweck des sichergestellten Spezialsprengstoffs Nitroguanidins gibt es indes bisher keine Angaben.

Kapitän und Steuermann der „Thor Liberty“ stehen unter dem Verdacht des Verstoßes gegen verschiedene Waffentransportregelen. Die finnischen Ermittler - eine Arbeitsgruppe aus Zoll und Polizei haben die nächste reguläre Pressekonferenz zu dem Vorfall für 30. Dezember angekündigt. (APA)


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