Offenbar keine Fortschritte bei Eröffnung von Taliban-Büro

Die afghanische Regierung habe noch keinen Kontakt mit den Taliban aufnehmen können, sagte ein Vertreter des Hohen Friedensrats am Montag.

Kabul – Bei der geplanten Eröffnung eines Taliban-Büros für Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung gibt es offenbar keine Fortschritte. Die afghanische Regierung habe noch keinen Kontakt mit den Taliban aufnehmen können, sagte ein Vertreter des Hohen Friedensrats am Montag.

Demnach haben mehrjährige Bemühungen bisher kein konkretes Ergebnis erzielt. Afghanistan ist für die Eröffnung eines solchen Taliban-Büros. Für die Aufnahme von Friedensverhandlungen verlangen die Behörden jedoch zunächst von den Taliban, dass sie die Gewalt beenden, sich von Al-Kaida abwenden und die afghanische Verfassung akzeptieren.

In künftige Verhandlungen müsse auch das Nachbarland Pakistan eingebunden werden, sagte der des Hohen Friedensrates, der anonym bleiben wollte. Die Beziehungen zwischen Pakistan und den USA, die die meisten NATO-Soldaten in Afghanistan stellen, sind angespannt, seit die USA bei einem Luftangriff Ende November 24 pakistanische Soldaten getötet hatten. Bis Ende 2014 will die NATO alle Soldaten aus Afghanistan abziehen.

Nach Angaben eines westlichen Diplomaten waren Deutschland und die USA mit den Taliban überein gekommen, dass sie ein Verbindungsbüro in Doha, der Hauptstadt des Emirats Katar, eröffnen sollten. Afghanistan fühlte sich von der Entscheidung übergangen. Mitte Dezember teilte die afghanische Präsidialverwaltung mit, der Sitz der Taliban-Vertretung sollte sich vorzugsweise in Afghanistan selbst oder in einem islamischen Land befinden - „am besten in Saudi-Arabien oder in der Türkei“. (APA/AFP)

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