Elf Jahre Gefängnis für schwedische Journalisten

Martin Schibbye und Johan Persson wird die Unterstützung terroristischer Aktivitäten zur Last gelegt. Nach eigener Aussage waren sie zu Recherchen über Menschenrechtsverletzungen unterwegs.

Stockholm – Die beiden schwedischen Journalisten Martin Schibbye und Johan Persson sind von einem Gericht in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abbeba zu je elf Jahren Haft verurteilt worden. Das meldeten schwedische Medien Dienstag früh nach der Verkündung des auf amharisch verlesenen Urteils unter Berufung auf Dolmetscher.

Bereits am 21. Dezember waren die beiden Reporter wegen terroristischer Aktivitäten und illegalen Grenzübertritts von dem selben Gericht für schuldig erkannt worden. Die beiden Männer waren im Juli in der Bürgerkriegsprovinz Ogaden festgenommen worden, wo sie nach eigener Aussage zu Recherchen über Menschenrechtsverletzungen unterwegs waren.

Mit Separatisten angetroffen

Bei ihrer Festnahme wurden sie zusammen mit Angehörigen der separatistischen „Ogaden National Liberation Front“ (ONLF) angetroffen. Die Journalisten räumten im Prozess die illegale Einreise nach Äthiopien ein, bestritten aber den Vorwurf der Unterstützung terroristischer Aktivitäten.

Bereits der Schuldspruch rief in Schweden vor Weihnachten in Medien und Politik einen Sturm der Entrüstung gegen die Vorgangsweise der äthiopischen Justiz hervor. Dieser wird systematische politische Justiz gegen die Medien vorgeworfen.

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Davor hatte es im Sommer in Schweden allerdings auch Kritik an Außenminister Carl Bildt gegeben, der unter Hinweis auf eine Reisewarnung seines Ministeriums erst nach anfänglichem Zögern den Reportern und ihren Familien umfangreiche Unterstützung ausgesprochen hatte. Bildt stand in der Vergangenheit immer wieder im Verdacht, wegen seiner Verbindungen zu dem Erdölkonzern Lundin in der Region auch private Interessen zu haben. (APA)


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