Verbraucher erhalten oft nur mangelhafte Kreditinformationen

Laut einer Untersuchung des Konsumentenschutzministeriums - Vertragsentwürfe werden kaum ausgehändigt - Bonität wird manchmal hart an der Grenze zum Privaten geprüft.

Wien - Seit rund einem Jahr gelten in Österreich strengere Regeln für Verbraucherkredite. Eine vom Konsumentenschutzministerium beauftragte Untersuchung hat ergeben, dass die vorvertraglichen Informationspflichten von fast allen Banken verletzt werden. So würden nachgefragte Tilgungspläne nicht immer übermittelt, in 14 von 15 Fällen erhielten Konsumenten auch keinen Kreditvertragsentwurf, geht aus einer Aussendung des Sozialministeriums vom Dienstag hervor.

Zudem wurde das Europäische Standardinformationsblatt in 9 von 15 Fällen nicht rechtzeitig übergeben. Außerdem wurden Vertragsrücktritte nicht vollständig und korrekt abgewickelt. Am besten hätten sich die Banken bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit geschlagen, wo sie sogar strenger als vom Gesetz verlangt prüften. „Manchmal wurde bis hart an die Grenze des Privaten nachgefragt“, heißt es in der Mitteilung.

Außerdem wurden bei den Kredit- und Versicherungskosten sehr große Unterschiede aufgedeckt, die sich „weder auf die Bonität des jeweiligen Kunden noch auf dessen Verhandlungsgeschick“ zurückzuführen seien. Die Tester hatten nicht den Auftrag, Konditionen zu verhandeln, schreibt das Ministerium. Deshalb wird den Verbrauchern empfohlen, sich mehrere Kreditangebote einzuholen und sich auf eine intensive Befragung vorzubereiten. Manchmal inkludiere die Prüfung der Kreditwürdigkeit auch einen Anruf beim Arbeitgeber.

Die Untersuchung wurde im Rahmen eines Mystery-Shoppings durchgeführt, bei dem 10 Kredite abgeschlossen und mit nachfolgendem Rücktritt wieder aufgelöst wurden. (APA)

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