Tausende Israelis demonstrieren gegen Fanatiker

Mehrere tausend Israelis haben am Dienstag in der Stadt Beit Shemesh gegen religiösen Fanatismus demonstriert. Zu der Kundgebung in der Hochburg ultra-orthodoxer Juden hatten Menschenrechtsgruppen aufgerufen. Auch Staatspräsident Peres hatte seine Landsleute aufgefordert, sich an der Demonstration zu beteiligen.

Beit Shemesh war in die Schlagzeilen geraten, nachdem das Fernsehen einen Bericht über ein Schulmädchen gezeigt hatte, das von religiösen Eiferern bespuckt worden war. Das Mädchen soll nach Meinung der religiösen Eiferer nicht sittsam gekleidet gewesen sein. Der Vorfall stieß auch in gemäßigteren religiösen Kreisen auf scharfe Kritik.

Hintergrund der Demonstration ist außerdem der eskalierende Streit über die von ultra-orthodoxen Juden geforderte Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit. Frauen werden unter anderem auf Schildern aufgefordert, vor den Synagogen auf die andere Straßenseite zu wechseln, in Bussen und Straßenbahnen hinten zu sitzen, sich im Supermarkt in getrennte Schlangen an der Kasse zu stellen sowie bei Wahlen verschiedene Wahlurnen zu benutzen.

Die israelische Luftwaffe griff indes im Norden des Gazastreifens ein Fahrzeug an und tötete dabei den Fahrer. Bei dem Opfer handle es sich um ein Mitglied der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Jihad, teilte der medizinische Notdienst im Gazastreifen mit. Durch die starke Explosion seien auch vier Unbeteiligte verletzt worden. Der Islamische Jihad ist eine von mehreren Organisationen im Gazastreifen, die den Süden Israels mit Raketen beschießen.


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