US-Behörde warnte schon im Jahr 2000 vor PIP-Brust-Implantaten

Danach habe man Firmengründer Jean-Claude Mas in einem Schreiben auf mehrere Produktionsfehler und Mängel hingewiesen.

New York – US-Gesundheitsbehörde FDA hat die französische Firma PIP, die aufgrund Billig-Brustimplantaten in die Schlagzeilen geraten ist, schon vor fast zwölf Jahren wegen Mängel kritisiert. Anfang 2000 habe ein Inspektor eine französische PIP-Fabrik besichtigt und unbefriedigende Ergebnisse mitgebracht, bestätigte FDA-Sprecherin Erica Jefferson der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Danach habe man Firmengründer Jean-Claude Mas in einem Schreiben auf mehrere Produktionsfehler und Mängel hingewiesen.

Allerdings habe es sich bei der damaligen Prüfung um mit einer Kochsalzlösung gefüllte Implantate gehandelt. Im Mittelpunkt des jetzigen Skandals stehen Gelkissen, bei denen statt Silikon für medizinische Zwecke Industrie-Silikon verwendet wurden. Die so gefertigten Polster reißen schneller als andere, das dann austretende Silikon ist nur schwer zu entfernen.

Das französische Gesundheitsministerium hatte am Freitag in einer beispiellosen Aktion 30.000 Frauen eine vorsorgliche Entfernung der Silikonkissen empfohlen. Die nationale Krankenkasse Cnam kündigte am Wochenende eine Strafanzeige wegen schweren Betrugs an. Gründer Mas soll sich vor Gericht verantworten. Der Justiz liegen bereits mehr als 2.000 Anzeigen von betroffenen Frauen vor. Die Firma, die seit 2010 nicht mehr existiert, hatte auch nach Österreich exportiert. (APA/dpa)


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