Mubarak-Prozess nach dreimonatiger Pause fortgesetzt

Ein Befangenheitsantrag der Opferfamilien gegen den Gerichtsvorsitzenden wurde abgelehnt.

Kairo – Nach dreimonatiger Pause geht in Ägypten der Prozess gegen den im Februar nach dreißigjähriger Herrschaft zum Rücktritt gezwungenen Präsidenten Hosni Mubarak weiter. Am Mittwochmorgen wurden der 83-Jährige und seine Söhne Alaa und Gamal unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in die Polizeiakademie am Stadtrand von Kairo gebracht. Dort muss sich der Ex-Machthaber vor Gericht verantworten. Mubarak und seinen Söhnen werden Korruption und tödliche Angriffe auf rund 850 Demonstranten während des Volksaufstands des „Arabischen Frühlings“ vorgeworfen. Auch der frühere Innenminister Habib al-Adli und sechs Polizeioffiziere sind angeklagt.

Der Prozess hatte am 3. August begonnen. Ein Befangenheitsantrag gegen den Gerichtsvorsitzenden Ahmed Rifaat verzögerte das Verfahren. Ein Anwalt der Opferfamilien hatte beantragt, den Richter auszutauschen, weil dieser früher für das Büro des Präsidenten gearbeitet habe. Er scheiterte damit aber Anfang Dezember. An den Prozesstagen war es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern Mubaraks gekommen. Rund 5000 Sicherheitskräfte sicherten daher die Umgebung ab. (APA/dpa)

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