ORF sucht Bewerber für Pelinka-Stelle - „Aufregung übertrieben“

Niko Pelinka will sich „natürlich“ bewerben. „ZiB“-Redakteure rufen via Twitter zu zahlreichen Bewerbungen auf.

Wien – Der ORF sucht nun Bewerber für jene Stelle, die Niko Pelinka erhalten wird. Die Position des Büroleiters von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz wurde am Mittwoch im Amtsblatt der Wiener Zeitung ausgeschrieben. Es handelt sich um eine Redakteursstelle in der Verwendungsgruppe 16 (von insgesamt 18). Die Bewerbungsfrist endet am 10. Jänner.

Bereits am vergangenen Freitag hatte der ORF kundgetan, dass Pelinka, bisher Leiter des SP-“Freundeskreises“ im Stiftungsrat, den Job bekommen wird. Verwendungsgruppe 16 bedeutet ein Gehalt von mindestens 5270,65 Euro brutto monatlich, „höheres Gehalt abhängig von Erfahrung und Ausbildung“, wird in der Annonce erläutert. Zugleich wurden auch eine Assistenz des Generaldirektors sowie die Büroleitung des Kaufmännischen Direktors ausgeschrieben. Der ORF vermerkt weiters, dass bei den Bewerbungen „Gesichtspunkte der Hebung des Frauenanteils besonders berücksichtigt“ werden.

Pelinka wird sich „natürlich“ bewerben

Niko Pelinka hat – wenig überraschend – vor, sich für die ausgeschriebene Stelle zu bewerben. Dies tat er auf eine entsprechende Anfrage der APA kund. Er versicherte, er „verstehe die Sorgen“ anlässlich seiner Bestellung. Er werde versuchen, diese Bedenken durch gute Arbeit in seiner neuen Position zu widerlegen, sagte er den „Oberösterreichischen Nachrichten“.

Thomas Prantner, der bisher Online-Direktor war und künftig stellvertretender Technik-Chef sein soll, rückte am Mittwoch in mehreren Zeitungen zur Verteidigung Pelinkas ebenso aus wie zu seiner eigenen: Pelinka werde einen guten Job machen, meinte er in Interviews. Und er selbst werde künftig die Agenden der früheren Online-Direktion in der Technik-Direktion wahrnehmen. Auch an Prantners Berufung hatte es massive Kritik gegeben - für ihn werde quasi ein neuer Posten erfunden, wurde moniert.

Unterdessen starteten die „Zeit im Bild“-Redakteure Armin Wolf und Dieter Bornemann via Twitter Aufrufe für möglichst „zahlreiche Bewerbungen für die spannenden Jobs“ in der ORF-Geschäftsführung, wie Bornemann schrieb. Pelinka kommentierte die Aktion gelassen: „Jeder kann sich bewerben.“

Ausschreibung vergangene Woche veranlasst

ORF-Sprecher Martin Biedermann hat am Mittwoch betont, dass die Ausschreibung des Büroleiter-Postens von Generaldirektor Alexander Wrabetz bereits vergangene Woche veranlasst worden sei. Dass man die Personalentscheidungen am Freitag bekanntgegeben habe und die Stellenanzeige am Mittwoch darauf erschien, habe „bisschen eine komische Optik“, räumte er gegenüber der APA ein. Doch grundsätzlich werde ordnungsgemäß vorgegangen.

Bei der Kritik daran, dass somit allerdings auch schon klar ist, wer die ausgeschriebene Stelle erhalten wird - nämlich der bisherige Stiftungsrat Niko Pelinka -, sei der besondere Charakter der Position zu bedenken, meinte Biedermann weiter. „Bei einer so engen Stabsfunktion ist das etwas anderes. Im konkreten Fall handelt es sich um den engsten Mitarbeiter des Generaldirektors. Da ist zwar formal eine Ausschreibung nötig, aber den sucht er sich persönlich aus und weiß auch, wer es werden soll.“ Die Ausschreibung als Redakteursstelle sei übrigens „auch keine Besonderheit: Auch Stäbe oder Referenten der Direktoren sind laut ORF-Arbeitsbilder als Redakteure definiert“.

Was die Kritik des Redakteursrats an der Bestellung für Führungspositionen angeht, die noch gar nicht vorhanden sind, verweist Biedermann auf eine entsprechende Organisationsanweisung, die gerade in Arbeit sei. Konkret geht es um die Ansiedlung der Bereiche der bisherigen Online-Direktion in der Technischen Direktion, wo dann Thomas Prantner Vizechef wird. „Das wird dann natürlich auch ausgeschrieben“, versichert Biedermann.

Alles in allem findet der ORF-Kommunikationschef die Aufregung über Pelinkas Wechsel auf den Küniglberg „ein bisschen übertrieben“, vor allem „wissend, was der Job wirklich ist, weil ich ihn selber gemacht habe“ (Biedermann war 2010 Wrabetz‘ Büroleiter, Anm.). Man sei mitnichten mit Machtfülle ausgestattet, sondern „in Wahrheit ein Referent und ein Zuarbeiter für den Generaldirektor“. Pelinka sei mit seinem Background „genau dafür sehr qualifiziert“, meint Biedermann. (tt.com/APA)


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