RZB kann Kapital stark aufstocken

In einer außerordentlichen Hauptversammlung hat die RBI-Mutter Raiffeisen Zentralbank (RZB) am Mittwoch Beschlüsse für frisches Kapital abgesegnet. Erneuert wurde ein Kapitalpolster. Demnach kann die RZB ihr Aktienkapital um etwa die Hälfte anheben. Dazu würden mehr als drei Millionen junge Aktien emittiert, was bei Bedarf mehrere Milliarden frisches Kapital brächte.

Außerdem können die RZB-Aktionäre, die Landesbanken, jetzt noch vor Jahresende frische Partizipationsscheine des Spitzeninstituts erhalten, indem sie ihre kleinen Beteiligungen an Raiffeisen-Ostbankentöchtern an die Zentrale in Wien abtreten. Eigentümer der RZB sind im wesentlichen die Raiffeisenlandesbanken - sowie mit einem kleinen Paket auch noch die Volksbanken AG (ÖVAG). Von der in Kapitalnöten steckenden ÖVAG wird freilich keine Teilnahme an der gerade laufenden PS-Zeichnung beim Raiffeisen-Spitzeninstitut erwartet.

Ein sehr aktueller Teil der RZB-Kapitalbeschlüsse umfasste am Mittwoch die Ausgabe frischer Partizipationsscheine, die ausdrücklich den bisherigen Aktionären der RZB zur Zeichnung offen stehen - beziehungsweise standen. Denn die Zeichnungsfrist dafür endet schon am Donnerstag.

Diese PS-Emission von bis zu 600 Mio. Euro hat einen gewichtigen Zweck: Die RZB „kauft“ den Raiffeisen-Landesbanken damit die von ihnen gehaltenen Minderheitsanteile an Ostbankentöchtern ab. Statt Cash gibt es jetzt Part-Scheine für die Landesbanken. Diese neuen PS der Landesbanken würden dann im ersten Halbjahr 2012 mit den schon früher gezeichneten (nichtstaatlichen) PS-Scheinen in Stammaktien bzw. EBA-Kernkapitalbestandteile umgewandelt werden.

Mit der Wandlung solcherart privat gezeichneter Partizipationsscheine will die RZB einen Teil der neuen von der europäischen Aufsicht EBA vorgegebenen Kapitalzielquote von neun Prozent bis Juni 2012 bewerkstelligen.


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