Explosion in Burma: Laut Polizei „Dutzende Tote“ in Rangun

Die Explosion ereignete sich offenbar in einem medizinischen Lagerhaus im Osten von Rangun und war noch in mehreren anderen Stadtteilen zu hören.

Rangun – Bei der Explosion in einem Warenhaus und einem anschließenden Großbrand in der burmesischen Wirtschaftsmetropole Rangun in der Nacht auf Donnerstag hat es sich offenbar um keinen Bombenanschlag gehandelt.

Das erklärte ein Beamter in der früheren Hauptstadt des südostasiatischen Land, die Ursache der Explosion sei aber weiter unklar. Mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Fast 80 weitere seien verletzt worden. Erste Berichte über „Dutzende Tote“ bestätigten sich demnach nicht, Augenzeugen hatten zuvor von etwa 50 Leichen gesprochen.

Rangun ist die größte Stadt des südostasiatischen Landes Burma (Birma/Myanmar) mit mehr als vier Millionen Einwohnern. Die Explosion, die in einem medizinischen Lagerhaus im Osten der Stadt ereignete, löste einen Großbrand aus. Die heftige Explosion im Viertel Minglar Taung Nyunt (Mingalar Taungnynt) um 02.00 Uhr (Ortszeit, 20.30 MEZ) war in mehreren anderen Stadtteilen zu hören. Hunderte Menschen rannten trotz der frühen Stunde besorgt auf die Straße. Nach Angaben des Beamten starben durch die Explosion auch drei Feuerwehrleute.

Die Explosion habe einen tiefen Krater hinterlassen, sagte der Beamte. Das durch die Explosion ausgelöste Feuer griff demnach rasch auf angrenzende Gebäude über, so auf Schiffswerft und Fabriken. Rund 50 vorwiegend aus Holz errichtete Häuser seien durch die Flammen zerstört worden. Das Feuer sei unter Kontrolle, jedoch noch nicht gelöscht, sagte der Beamte.

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Erst vergangene Woche war eine Frau bei einer Explosion in der früheren burmesischen Hauptstadt getötet worden. In den vergangenen Jahren wurden in Birma immer wieder Anschläge verübt, für die die Regierung meist Rebellengruppen verantwortlich machte. Die Armee kämpft seit Jahren gegen aufständische ethnische Minderheiten. In den vergangenen Wochen verstärkte die neue zivile Regierung aber die Bemühungen zur Lösung der Konflikte.

Der jahrzehntelang streng abgeschottete Staat hat zuletzt einen vorsichtige Öffnung eingeleitet. Anfang Dezember besuchte mit Außenministerin Hillary Clinton erstmals seit mehr als 50 Jahren ein ranghoher US-Regierungsvertreter das Land. Clinton traf unter anderem die burmesische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. (APA/AFP/Reuters)


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