Euro-Krise: 68 Prozent der Österreicher vertrauen dem Euro

Trotz Schuldenkrise und „medialer Lust am Untergang“ vertrauen mehr als zwei Drittel der Österreicher dem zuletzt unter Beschuss geratenen Euro.

Wien - 68 Prozent der Befragten zeigen sich überzeugt, dass der Euro langfristig „auf jeden Fall“ bzw. „eher schon“ Bestand haben werde. 29 Prozent sind sich unsicher („eher nicht/sicher nicht“), geht aus der im Dezember durchgeführten Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) hervor.

Gleichzeitig sinkt das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung. Obwohl eine Mehrheit für Österreich mehr Vor- als Nachteile durch die Euro-Mitgliedschaft sieht, haben nur mehr 40 Prozent „sehr großes“ bzw. „großes Vertrauen“ in den Euro. Bei der Juni-Umfrage waren es noch sieben Prozent mehr gewesen.

Die Umfrage zeigt aber laut ÖGfE auch, dass trotz der Krise die Mehrheit optimistisch in die Zukunft blickt.

Das Gefühl, vieles wäre durch den Euro teurer geworden, besteht laut Umfrage weiterhin, auch wenn die Teuerung - statistisch gesehen - in den letzten zehn Jahren geringer war als in dem Jahrzehnt vor der Euro-Einführung. Dass viele der aktuellen Teuerungen aber nicht ursächlich auf den Euro zurückzuführen sind, werde zu selten kommuniziert.

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Lediglich 13 Prozent der befragten Österreicher meinen, dass sich die Einführung des Euro in den letzten zehn Jahren positiv auf die Entwicklung der Inflation ausgewirkt hat. 59 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Diese Sichtweise zieht sich quer durch alle Befragungsgruppen. Unter den Preistreibern des vergangenen Jahrzehnts nennen die Österreicher „steigende Rohstoffpreise wie Erdöl oder Benzin“ (63 Prozent), die „Einführung des Euro“ (43 Prozent), „Steuern- und Gebührenerhöhungen“ (39 Prozent) und die „Folgen von Klimakatastrophen wie Dürren und Ernteausfälle“ (23 Prozent).

Heutige Euro-Preise sind mit alten Schilling-Preisen aufgrund der kumulierten Inflation schwer vergleichbar. Trotzdem rechnen 21 Prozent der Befragten „immer“ in Schilling um, 40 Prozent tun dies nur mehr bei „größeren Ausgaben“, 37 Prozent rechnen gar nicht mehr um. 29 Prozent der über 66-Jährigen rechnen nach eigenen Angaben immer in Schilling um, bei den unter 35-Jährigen sind es dagegen lediglich 12 Prozent. (APA)


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