Zwei humanitäre Helfer in Somalias Hauptstadt Mogadischu getötet

Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen starben bei Schießerei.

Mogadischu - In der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind am Donnerstag zwei humanitäre Helfer getötet worden. Wie ein Regierungsvertreter sagte, handelte es sich bei den Opfern um Mitarbeiter der Organisation Ärzte ohne Grenzen (Medecins sans frontieres, MSF). Die Organisation bestätigte eine Schießerei auf dem MSF-Gelände in Mogadischu, konnte aber zunächst keine genauen Angaben machen.

Ein Polizeivertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte zunächst, einer der humanitären Helfer sei getötet und der andere verletzt worden. Der für Sicherheitsfragen zuständige somalische Regierungsvertreter Mohamed Ali sagte, die Opfer hätten für MSF gearbeitet.

Die Vizedirektorin des Medina-Krankenhauses von Mogadischu, Dumiya Ali, sagte später, dass auch das zweite Opfer seinen Schussverletzungen erlegen sei. Der zuerst getötete Mann stammte nach Angaben der Klinik aus einem „westlichen“ Land, sein wenig später verstorbener Kollege aus Indonesien. Der Indonesier sei am Oberschenkel verletzt worden, die Kugel habe eine Arterie getroffen. Er hatte demnach bereits viel Blut verloren, als er eingeliefert wurde.

Die Organisation bestätigte zunächst, „dass es auf dem Gelände von MSF in Mogadischu einen schweren bewaffneten Zwischenfall gegeben“ habe. „Zu diesem Zeitpunkt haben wir keine weiteren Informationen über das Ausmaß des Zwischenfalls“, hieß es. MSF unternehme „alles, um die Sicherheit seiner Mitarbeiter zu gewährleisten“.

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Erst in der vergangenen Woche waren in Somalia drei einheimische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, darunter zwei Mitarbeiter des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, erschossen worden. Der Vorfall ereignete sich in der zentralen Region Hiran. In Somalia herrscht eine schwere Hungersnot. Drei südliche Provinzen des bitterarmen Landes am Horn von Afrika sind besonders stark betroffen. Hier droht nach UN-Angaben 250.000 Menschen der Hungertod.

Hilfe für die Hungernden wird durch die Gewalt in dem Bürgerkriegsland erschwert. Die islamistische Shabaab-Miliz, die weite Teile des Südens und des Landesinnern beherrscht, wies zudem Ende November 16 internationale Hilforganisationen aus den von ihr kontrollierten Gebieten aus. (APA/AFP)


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