Fußball: Ex-FIFA-“Vize“ Warner erhebt neue Vorwürfe gegen Blatter

Im Gegenzug für Wahlkampfhilfe für den umstrittenen Schweizer seien ihm WM-Fernsehrechte für Minimalbeträge verkauft worden.

Port of Spain – Der frühere FIFA-Vizepräsident Jack Warner hat neue Vorwürfe gegen Fußball-Weltverbandschef Joseph Blatter erhoben. Im Gegenzug für Wahlkampfhilfe für den umstrittenen Schweizer seien ihm WM-Fernsehrechte für Minimalbeträge verkauft worden, teilte Warner am Donnerstag in einer Erklärung mit. Er habe die TV-Rechte für Trinidad und Tobago dann gewinnbringend weiterverkaufen können und das Geld hauptsächlich für die Entwicklung des Fußballs in seiner Heimat verwenden können.

Die FIFA teilte mit, sie werde Warners Angaben prüfen, sei vorerst nicht zu weiteren Kommentaren bereit. Warner war im Juni nach Korruptionsvorwürfen von allen Ämtern im Fußball zurückgetreten. Er soll beim Treffen der Karibischen Fußball-Union im Mai versucht haben, gemeinsam mit dem Katarer Mohamed bin Hammam Stimmen für die Präsidentenwahl am 1. Juni zu kaufen. Warner hatte die Vorwürfe stets bestritten und einen „Fußball-Tsunami“ aus belastendem Material gegen Blatter angekündigt.

Bisher war er jedoch Beweise für Fehlverhalten des Schweizer FIFA-Chefs schuldig geblieben. Nun berichtete Warner, er habe die TV-Rechte für die WM 1998 für einen Dollar erhalten - wohl als Dank für seine Hilfe bei Blatters Wahlsieg gegen den Schweden Lennart Johansson. Später habe er auch die Fernsehrechte für die Turniere von 2002 bis 2014 für geringe Beträge erhalten. Ähnliche Deals für 2018 und 2022 habe die FIFA in Aussicht gestellt, später aber zurückgezogen. (APAdpa)

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