Ukraine verlegte Timoschenko in neues Gefängnis

Die gegen internationale Proteste zu sieben Jahren Gefängnis verurteilte ukrainische Ex-Regierungschefin Timoschenko ist in ihre endgültige Haftanstalt verlegt worden. Die erkrankte Oppositionsführerin sei am Freitagmorgen in einen Rollstuhl gesetzt und aus dem Untersuchungsgefängnis abgeholt worden, meldete die Agentur Interfax-Ukraine nach Behördenangaben.

Offizielle Angaben zum Verbleib Timoschenkos gab es zunächst nicht. Medien berichteten, dass die Politikerin im Gebiet Charkiw in der Frauenhaftanstalt Katschanowka ihre Strafe absitzen solle. Ein ukrainisches Berufungsgericht hatte in dem umstrittenen Verfahren am Freitag vor einer Woche das Urteil wegen Amtsmissbrauchs bestätigt. Timoschenko soll beim Abschluss von Gasverträgen mit Russland ihrem Land finanziellen Schaden zugefügt haben.

Wegen der Prozesse gegen Timoschenko und andere ehemalige Regierungsmitglieder hat die EU die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der Ex-Sowjetrepublik auf Eis gelegt. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hatte Vorwürfe zurückgewiesen, das Verfahren sei politisch gesteuert. Timoschenko wirft ihrem politischen Erzfeind vor, das Gerichtssystem zu manipulieren.

Ukrainische Medien berichteten, dass die Frauenhaftanstalt Katschanowka unlängst teilweise saniert worden sei. Bekannt sei das Gefängnis im Land auch für seine große Nähwerkstatt. Timoschenko hofft nach Angaben ihrer Anwälte nun auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Straßburg.

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