Havel-Flughafen in Prag immer wahrscheinlicher

Der Prager Flughafen, der nach dem Wunsch einiger tschechischer Politiker und Künstler nach dem verstorbenen ehemaligen Präsidenten und Dramatiker Vaclav Havel benannt werden soll, hat sich fünf Bezeichnungen mit dem Namen des früheren Staatsoberhaupts registrieren lassen, um eventuellem Spekulantentum vorzubeugen. Dies bestätigte die Sprecherin des Flughafens, Marika Janouskova.

„Es geht vor allem um eine präventive Maßnahme gegen eventuelle Spekulanten, damit wir im Fall, dass es tatsächlich zur Änderung des Flughafennamens kommt, das Budget mit dem Kauf von registrierten Schutzmarken nicht belasten müssten“, sagte Janouskova. Drei englische und zwei tschechische Bezeichnungen habe der Flughafen nun selbst registrieren lassen.

Bereits über 70.000 Personen haben mittlerweile eine Petition im Internet unterzeichnet, in der die Benennung des Prager Flughafens nach Havel gefordert wird. Ob es dazu kommt, ist aber unsicher, weil die Politik in dieser Frage gespalten ist. Die Gegner würden eher begrüßen, wenn eine kulturelle oder akademische Institution den Namen Havels tragen würde, weil dies „mehr dem Geist von Vaclav Havel“ entspräche.

Unterdessen schickte die tschechische Regierung einen Gesetzentwurf ins Abgeordnetenhaus, mit dem die Verdienste Havels um die Freiheit und die Demokratie offiziell anerkannt und gewürdigt werden sollen. Die Vorlage besteht aus einem Satz: „Vaclav Havel hat sich um die Freiheit und die Demokratie verdient gemacht.“ Auch die früheren nicht-kommunistischen, tschechoslowakischen Präsidenten Tomas Garrigue Masaryk und Edvard Benes wurden auf diese Weise geehrt.

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Es wird damit gerechnet, dass die „Lex Havel“ gebilligt wird, weil damit auch die oppositionellen Sozialdemokraten einverstanden sind. Die Regierung hat empfohlen, die Vorlage im Schnellverfahren - also gleich in erster Lesung - zu verabschieden.


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