Opposition: Hunderttausende folgten Protestaufrufen in Syrien

Am Freitag gab es in Syrien in mehreren Städten Großdemonstrationen gegen das Regime von Präsident Bashar al-Assad.

Beirut – Mehrere Hunderttausend Menschen haben nach Angaben der syrischen Opposition am Freitag im ganzen Land den Aufrufen zu Protesten gegen das Regime von Präsident Bashar al-Assad Folge geleistet. Allein in der Widerstandshochburg Idlib seien nach den islamischen Freitagsgebeten 250.000 Menschen durch die Straßen gezogen, teilte die Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Auch in Hama und dem Vorort Douma der Hauptstadt Damaskus demonstrierten nach Angaben von Oppositionellen Zehntausende Menschen.

Der in Katar ansässige Fernsehsender Al-Jazeera strahlte Live-Aufnahmen aus, die nach seiner Darstellung Zehntausende Demonstranten in einem Bezirk der Protesthochburg Homs zeigten. Nach Angaben von Menschenrechtlern bewarfen die Demonstranten in Douma die Sicherheitskräfte mit Steinen. Mindestens 24 Menschen seien verletzt worden. Die Sicherheitskräfte hätten Tränengas in die Menge geschossen, um sie auseinanderzutreiben. Syrien hat ausländischen Journalisten die Berichterstattung verboten. Daher kann der Wahrheitsgehalt der Berichte nicht überprüft werden.

Oppositionsaktivisten hatten zu den landesweiten Protesten aufgerufen. Die Menschen sollten auf die Straße gehen und den Beobachtern der Arabischen Liga ihre Lage vor Augen führen. „Wir wissen, dass das Blutvergießen nicht allein deshalb enden wird, weil sie da sind“, sagte ein Oppositionsvertreter aus Hama über die Vertreter der Arabischen Liga, die seit Mittwoch im Land unterwegs sind. „Aber wenigstens werden sie es sehen.“ Die USA zeigten sich inzwischen zurückhaltend über den bisherigen Verlauf der arabischen Beobachtermission, die von Aktivisten heftig kritisiert wird. Der Chef der Mission, der sudanesische General Mohammed Ahmed Mustafa al-Dabi, hatte dem Regime in Damaskus Kooperationsbereitschaft attestiert.

Die Opposition kritisiert, dass das Blutvergießen auch nach Ankunft der Liga-Delegation unvermindert weitergeht. Die Sicherheitskräfte hätten am Freitag in Douma nördlich von Damaskus neben Tränengas und Blendgranaten auch Nagelbomben eingesetzt, um die Demonstranten auseinanderzutreiben, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mindestens 24 Menschen seien dabei verletzt worden. In Douma seien zwischen 60.000 und 70.000 Menschen zum Rathaus gezogen, erklärte die Beobachtungsstelle. Es handle sich um die größte Demonstration seit Beginn der Proteste gegen die Regierung Mitte März. Die Demonstranten hätten Steine auf die Sicherheitskräfte geworfen, diese hätten Blendgranaten und Tränengas eingesetzt. Ein Aktivist habe berichtete, dass er von einem Schrapnell der Nagelbomben getroffen worden sei. (APA/Reuters/AFP)

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