Brand auf russischem Atom-U-Boot gelöscht

Die russische Marine hat am Freitag einen Großbrand in einem Atom-U-Boot gelöscht. Bei dem fast 24-stündigen Einsatz wurden nach offiziellen Angaben mindestens neun Menschen verletzt. Radioaktivität sei bei dem Feuer auf einer Werft im nordrussischen Murmansk nicht ausgetreten, erklärte das Katastrophenschutzministerium. Eine Gefahr für die Bevölkerung gebe es nicht.

„Das Feuer in dem U-Boot ist vollständig gelöscht“, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu. Um den Brand unter Kontrolle zu bekommen, war das U-Boot im Laufe der Nacht teilweise geflutet worden. Zudem wurde es von Hubschraubern aus tonnenweise mit Wasser überschüttet. Auch Boote waren bei der Löschaktion im Einsatz. Während und nach den Löscharbeiten seien Besatzungsmitglieder an Bord geblieben, um alle halbe Stunde Temperatur und Strahlenwerte zu messen, teilte das Außenministerium mit. Präsident Dmitri Medwedew ordnete eine Untersuchung an.

Die 167 Meter lange „Jekaterinenburg“ lag zur Reparatur in einem Trockendock. Offizielle Angaben zur Brandursache gab es auch einen Tag nach Ausbruch des Feuers nicht. Nach den vorliegenden Berichten dürfte ein Holzgerüst bei Schweißarbeiten in Brand geraten sein. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums waren vor Beginn der Reparaturarbeiten alle Waffen von Bord gebracht und die Atomreaktoren abgeschaltet worden. Das U-Boot der Delta-IV-Klasse ist für eine Besatzung von 140 Mann ausgelegt und kann mit 16 ballistischen Raketen mit je bis zu vier Sprengköpfen bestückt werden.

Russlands bisher schlimmstes U-Boot-Unglück in der Ära nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ereignete sich im August 2000. Damals sank das Atom-U-Boot „Kursk“ in der Barentssee. Alle 118 Besatzungsmitglieder starben. Nach dem Unglück hatte die politische Führung des Landes der Marine vorgeworfen, das wirkliche Ausmaß der Katastrophe verheimlicht zu haben.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Kommentieren


Schlagworte