Irak erklärt 31. Dezember wegen US-Abzugs zum Nationalfeiertag

„Das ist ein Fest für alle Iraker. Das ist der Tag, an dem der Irak souverän wird“, sagte Regierungschef Maliki am Samstag.

Begdad – Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki hat anlässlich des offiziellen Abzugstermins der US-Streitkräfte den 31. Dezember zum Nationalfeiertag erklärt. Dieses Datum werde fortan als „Tag des Irak“ gefeiert, sagte Maliki bei einer Zeremonie vor hunderten Menschen am Samstag in Bagdad. „Das ist ein Fest für alle Iraker. Das ist der Tag, an dem der Irak souverän wird.“ Der Irak sei nun befreit und die Iraker Herren über ihr eigenes Land.

Nach einer Vereinbarung mit Bagdad aus dem Jahr 2008 war der US-Abzug bis Ende 2011 geplant. Die letzten US-Soldaten hatten aber bereits am 18. Dezember das Land verlassen, das fast neun Jahre US-Präsenz erlebt hatte. Seitdem rutschte der Irak in eine schwere politische Krise. Die jüngsten Schlichtungsversuche von CIA-Chef David Petraeus dürften erfolglos geblieben zu sein. Der schiitisch-sunnitische Konflikt führt zum Zerfall der Koalitionsregierung, deren Bildung 2010 mehr als acht Monate gedauert hatte. Die Gefolgschaft des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr fordert nun im Sinne Malikis und der pro-iranischen Kräfte die Auflösung des Parlaments.

Der schiitische Premier Maliki hatte nach dem US-Abzug seinen sunnitischen Stellvertreter Saleh al-Mutlak, Chef der „Nationalen Dialog-Front“, aus dem Amt gedrängt. Dann hatte ein Gericht in Bagdad Haftbefehl wegen angeblicher Terroraktivitäten gegen den sunnitischen Vizepräsidenten Tarek al-Hashemi ausgestellt, der sich seither in den kurdischen Norden abgesetzt hat und von Staatspräsident Jalal Talabani geschützt wird. Hashemi unterstützt die syrischen Regimegegner, während Maliki wie der Iran dem syrischen Staatschef Bashar al-Assad die Stange hält. (APA/AFP)

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